Presse und Verlautbarungen

„Konjunkturausgleich

23.02.2009


(dmnet) In dem Schreiben fordert der Versandhändler Klingel für die Jahre 2009 und 2010 auf alle getätigten Umsätze einen "Konjunkturausgleich, der im 2-stelligen Prozentbereich liegen sollte."

Klingel erwartet von den angeschriebenen Lieferanten eine Entscheidung bis zum 2. März 2009. Begründet wird diese "Bitte" damit, dass sich Klingel entschlossen habe, "trotz Umsatzrückgängen die Auflage und Umfänge der Werbemittel nicht zu reduzieren".

Bei den Unternehmern findet diese Aufforderung bislang wenig Verständnis. Einer von ihnen erklärte, dies sei der "vorläufige Höhepunkt eines Erpressungsversuches im Printbusiness".

Vor einigen Jahren hatte bereits der Quelle-Konzern versucht, mit einer Rückvergütung auf getätigte Umsätze die weitere Auftragsvergabe von einer Bonuszahlung abhängig zu machen. Der Versuch schlug allerdings fehl.

EWA-Gründer und -Sprecher Michael Dömer sieht angesichts der Ergebnissituation der Druckunternehmen "keinerlei Spielraum auch nur für geringe Preiszugeständnisse, geschweige denn für Bonuszahlungen". Durch einen ruinösen Preiskampf sei die Branche bereits in Schwierigkeiten gekommen, was durch eine erhebliche Anzahl von Insolvenzen belegt sei.

Dömer: "Um die Lebens- und Leistungsfähigkeit der Drucker zu sichern, sind Preiserhöhungen nötig. Eine Fortsetzung des Preisdruckes wird zu weiteren Insolvenzen und einer Bedrohung des Mittelstandes und Vernichtung von Arbeitsplätzen führen."

Der Unternehmensberater empfiehlt den Druckern dringend, Kapazitäten vorübergehend vom Markt zu nehmen, statt sich auf eine "Todesspirale" einzulassen. Dömer: "Ich gehe aber davon aus, dass es kein einziges Unternehmen gibt, das auch nur im Ansatz auf die Forderung von Klingel eingeht."

Die EWA (www.ewa-print.de) ist die einzige Interessenorganisation, die gezielt den Rollenoffset und Teile des Tiefdruckes repräsentiert. Sie wurde vor elf Jahren durch den Branchenberater Michael Dömer gegründet. Das addierte Umsatzvolumen der EWA–Unternehmer beträgt etwa 3,3 Milliarden Euro pro Jahr. Die EWA sieht sich selbst als "Think Tank" für die Zukunft der Branche.

Die Robert Klingel GmbH + Co KG gehört zu den größten Versandhäusern in Deutschland. Mit einem Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro pro Jahr ist Klingel nach den Versandhauskonzernen Otto (Otto-Versand, Baur, Schwab, Heine, Witt Weiden) und Arcandor (Quelle, neckermann.de) das drittgrößte deutsche Unternehmen in dieser Branche. Klingel beschäftigt alleine am Standort Pforzheim über 2.500 Mitarbeiter und ist damit der größte Arbeitgeber der Stadt. Das Unternehmen hat Niederlassungen in Belgien, Finnland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden und der Slowakei. (red)

 

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