Presse und Verlautbarungen

Auftragseinbrüche erfordern Kurzarbeit www.druck-medien.net

06.04.2009


   

    (dmnet) Während die Gesamtauslastung im Jahr 2008 noch zufriedenstellend war, so sind bereits in den ersten Monaten 2009 in der Produktion als auch insbesondere im Auftragseingang deutliche Rückgänge zu spüren, heißt es der Pressemeldung der EWA. Die Einbrüche zeigten sich demnach besonders bei Zeitschriften und Katalogen drastisch, moderat dagegen seien die Rückgänge bei Beilagen.

Als trügerisch erwiesen sich nach Meinung des Branchenberaters und EWA-Gründers Michael Dömer die gern geforderte “Nischenlösung“. In einigen Spezialsegmenten und Veredelungsbereichen sei die Krise besonders heftig angekommen. Eine Umfrage Dömers unter 40 Unternehmen ergab, dass über 50 Prozent die Kurzarbeit beschlossen haben und 42 Prozent dieses Instrumentarium derzeit intensiv prüfen beziehungsweise vorbereiten.

Michael Dömer empfahl den Unternehmern dringend, die Möglichkeit der Kurzarbeit gezielt einzusetzen statt das Unternehmen durch eine betriebswirtschaftlich waghalsige Preispolitik auszulasten und damit zu gefährden. Aufgrund des massiven Preisdrucks in den letzten Jahren bei einer durchweg befriedigenden Kapazitätsauslastung seien bereits alle Spielräume ausgeschöpft.

Ein Zeichen dafür seien die jüngsten Insolvenzen bei vollen Auftragsbüchern einiger Unternehmen sowie die unbefriedigende Ertragssituation, mit der viele Unternehmen in das Krisenjahr gingen. Erstmals zeigten sich aufgrund der konjunkturellen Entwicklungen in 2009 Auslastungsrückgänge, denen jedoch nicht mit dem Instrument niedriger Preise begegnet werden dürfe.

Die eingeladenen Gäste der Konferenz äußerten sich ebenso düster zur aktuellen Situation der Branche. Der Deutschlandchef der Kreditversicherung Atradius,  Michael Timmermann sagte: “Es ist davon auszugehen, dass immer weniger Kunden von Druckereien versichert werden. Aber auch die Lage der Druckereien für die Kreditversicherer ist zunehmend problematisch."

Heftige Kritik äußerten die Unternehmer am Verhalten der Kreditversicherer. Es sei eine Katastrophe, dass Kunden zunächst kreditversichert würden, um diese Versicherung dann im laufenden Produktionsprozess wieder gekündigt zu bekommen. Dies gebe keinerlei Verlässlichkeit. Sinn und Kosten für eine Zusammenarbeit mit Kreditversicherern sei mehr als in Frage zu stellen, so mehrere Unternehmer aus dem EWA-Kreis.

Jyrki Ovaska, Chef von UPM, brachte aus Helsinki keine guten Trends mit. Bereits in den ersten zwei Monaten des Jahres 2009 sei es zu einem eklatanten Rückgang der Papiernachfrage gekommen. Insbesondere der LWC-Bereich sei überproportional groß betroffen. Im Verlauf des Gespräches mit Jyrki Ovaska kam man überein, in Projektteams gemeinsame Lösungen für eine Optimierung der Geschäftsprozesse zu finden. Insbesondere im Bereich Lager und Logistik gäbe es Potenziale für eine "win-win-Situation“.

Mit Unverständnis reagierte die Konferenz auf die Tarifforderungen von Verdi. Angesichts der ungewöhnlich schwierigen Situation fordern die Unternehmer Gewerkschaft und den Verband auf, von ihren klassischen Ritualen abzusehen. Angesichts von Pleiten und Kurzarbeit sei es absurd, Lohnsteigerungen auch nur in Erwägung zu ziehen. Im Falle einer solchen Entwicklung würde sich der Flächentarifvertrag endgültig ins Aus manövrieren, so die Quintessenz der Diskussion. 

Mit erneut sehr starker Beteiligung konnten die EWA-Unternehmer drei weitere Kollegen aufnehmen, darunter auch den Geschäftsführer des spanischen "Printer Industria Gráfica“. Mit einem Umsatzvolumen von etwa 3,3 Milliarden Euro pro Jahr ist die EWA, gegründet vor 11 Jahren von Unternehmensberater Michael Dömer, inzwischen die zentrale Interessenvertretung des Rollenoffsets, insbesondere im deutschsprachigen Raum. (abö)

 

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