Presse und Verlautbarungen

Rede Michael Dömer 03.02.2009 Wandsbeker Gespräche manroland

10.02.2009


Ich zitiere aus Brand 1 Heft 12/2008:

"Jetzt aber kann jedes Rationalisierungsprogramm unter Hinweis auf „die Krise“ abgewickelt werden, ohne dass jemand die Frage stellt, wie es so weit kommen konnte. Man kann fröhlich mehr Knete vom Staat fordern, Konjunkturprogramme, damit die Leute neue Autos kaufen. Jeder Versager wird noch auf Jahre hinaus behaupten können, dass nicht er es gewesen sei, der das Geschäft vermasselt hat, sondern die Krise. Das ist der Zauber des großen, kollektiven Pechs: Fehlentscheidungen aller Art gehen darin auf. Und es gibt noch Geld dafür. Auch deshalb sind solche „Rettungsprogramme“ falsch. Durch sie sinkt die Chance, dass sich etwas verändert, und Manager, die Masse mit Glück verwechseln, bleiben in ihrem Amt.“ Zitat Ende. 

Michael Dömer

 "...Unternehmen sind aus dem Markt ausgeschieden, weil sie nicht wettbewerbsfähig waren. So traurig das für das Einzelschicksal ist, so gut ist es für das System, für Wohlstand, Freiheit, weil es einen Anreiz gibt, besser zu sein. Wenn alle auf’s Siegertreppchen dürfen, strengt sich keiner mehr an.

 Jetzt ist es Trend, nach den Steuergeldern der besseren Unternehmen zu rufen. Über die Steuer sollen die Besseren den Erfolglosen was abgeben, damit die genauso gestellt werden, als wären sie erfolgreich.

 Sie kennen vielleicht meinen Wortwechsel mit Herrn Wirtschaftsminister Dr. Marnette aus Schleswig Holstein, dem ich Verschwendung von Steuergeldern vorwerfe und aus gleichem Grund eine Verletzung seiner Pflicht, das System Marktwirtschaft zu schützen.

 Ein Unternehmen im Neumünster ist pleite – hat jahrelang Fehler gemacht, ist nicht marktfähig, obwohl es früher schon Subventionen bekommen hat. So bitter das klingt, so gesund ist es, dass in einem Markt es auch Pleiten gibt.

 Ich halte diese Subventionen für einen Skandal und eine Bestrafung der Erfolgreichen..."

 "...Wer in „normalen Zeiten“ sein Unternehmen einem stärkeren Mengenwachstum, höheren Kosten oder sonstigen Faktoren entsprechend rechzeitig angepasst hat, wird auch jetzt tun können. So wie es große Anstrengungen und große Freude gab, aufgrund von Wachstum neue Maschinen zu kaufen, Menschen einzustellen und Rücklagen aufzubauen, so gibt es nun wieder große Anstrengungen und statt Freude Entbehrungen, um Kurs zu halten. So ist das nun einmal.

 Krisen sind normal.

 Zyklen bestimmen! – Immer schon. Das ist doch nichts Neues. Wohl aber in der Dimension.

 Es wurde seit einigen Jahren – auch durch den Staat – versucht, diese Zyklen abzuschaffen – durch künstliche Eingriffe – ein verheerender Irrtum, wie sich gezeigt hat und wie, nach meiner Meinung, sich aufgrund der jetzigen Politik noch schlimmer zeigen wird.

 Gilt Homöopathie auch für die Wirtschaft? Wir werden sehen.

 In der Natur hat man das auch versucht z.B. Begradigung von Flüssen – ebenfalls mit anschließenden Naturkatastrophen..."

 "...Kurzfristige Preispolitik ist möglich, ja.

 Doch mal ehrlich: Dieses Instrument haben doch die meisten Drucker längst vorher auch ohne Krise verspielt. Auslastung – koste es was es wolle – hieß doch die Devise. Wer jetzt die Preise nach unten treiben lässt, riskiert sein Leben!

 Sie lesen immer wieder die munteren Sätze der Insolvenzverwalter, man sei sehr zuversichtlich, weil die Auslastung gut sei. Die wenigsten Unternehmen gehen wegen Auftragsmangel in die Krise, fast alle sind gut beschäftigt. Nur zu welchem Preis!

 In guten Zeiten wurde ausgebaut, in schlechten muss notfalls, zumindest vorübergehend abgebaut werden:

 - Es stehen diverse Arbeitszeitmodelle zur Verfügung, die meist wenig genutzt werden.

- Notfalls muss Kurzarbeit durchgeführt werden.

- Als ultima ratio auch Kapazitätsabbau und Entlassungen. Warum klappt das erst nach der Insolvenz oder durch Sanierer?

 Das macht niemand gern, aber es ist ein Instrument um andere Arbeitsplätze zu erhalten. Ich stehe hier zunächst nicht als Arbeitsmarkt- oder Sozialpolitiker. Das ist ein gesondertes Thema. Es geht um das Überleben Ihres Unternehmens..."

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