Presse und Verlautbarungen

Pressemitteilung zur 20. EWA-Konferenz

01.12.2004

„Eindrucksvoll“ bezeichnet Unternehmensberater Michael Dömer die Teilnahme und das Engagement der Unternehmer auch zur 20. EWA-Konferenz in Hamburg. 90 % der beteiligten Chefs waren wieder dabei. Nach internen Schätzungen sind das immerhin rund 75 % der Kapazität im deutschen Rollenoffset sowie einiger Tiefdrucker.

Die Lage ist weiterhin kritisch. Auch wenn es geringfügige Verbesserungen im Werbeumsatz geben wird, so liegt dieser noch deutlich hinter den Umsätzen von 2001 zurück.

Dömer zeigte in der Konferenz einen wichtigen Indikator für die schlechte Branchensituation auf: Während die Werbeumsätze zurückgingen stieg dennoch der Papierverbrauch. Das bedeutet, dass Drucker für mehr Druckvolumen immer weniger Ertrag erzielt haben. Der Preisverfall habe bereits zu einer Vielzahl von Insolvenzen geführt.

Besorgt zeigen die Unternehmer sich über die Erwartungen für 2005.

Die Erhöhung der Preise bei Strom und Gas führen bei einem Rolleunternehmen mittlerer Größe zu Mehrkosten von über 200 T€. Hinzu kommen u. a. auch Mautgebühren, erhöhte Versicherungsprämien usw.

 


Scharfe Kritik äußern die Drucker an den Ankündigungen der Papier- und Farbindustrie die Preise zu erhöhen. Insbesondere auch in der Papierindustrie gebe es keine sachlichen Gründe. Eine entsprechende Erhöhung von Zellstoff oder Altpapier sei nicht zu sehen. Papier- und Farbindustrie wollen die Rendite erhöhen zu Lasten der Druckindustrie. Die Börsenberichte zeigen das. „Wenn das kommt, müssen wir gemeinsam nach alternativen Lieferanten suchen“ so ein Teilnehmer. Bemerkenswert sei auch die gleichzeitige Ankündigung mehrer Konzerne.

Auf jeden Fall bedeuten die diversen Kostensteigerungen die Notwendigkeit für deutliche Preissteigerungen der Druckprodukte am Markt. Print Buyer müssen sich in ihren Budgets und im Marktpreis darauf einstellen, dass die Schmerzgrenze längst überschritten ist.

„Sollten die Kunden ihren Preisdruck weiter aufrecht erhalten, wird es 2005 zu weiteren Unternehmenszusammenbrüchen und damit auch zu deutlichen Reduzierungen im Personalbereich in der Branche kommen“, so Dömer.

„Die hohe Leistungsfähigkeit von Druckunternehmen wird außerdem durch den Preisdruck zerstört. Mittelfristig kommt es zu Oligopolen, die zwangsläufig die Qualität, Beratung und Flexibilität reduzieren werden, die man dem Kunden heute noch gibt“, so ein EWA-Unternehmer.

Wenn die Lieferanten der Druckindustrie ihre vielbeschworene Partnerschaft ernst nehmen, wird es Zeit, dass es zu einer „konzertierten Informationspolitik“ gegenüber den Print Buyern kommt.

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