Presse und Verlautbarungen

Pressemitteilung: Antworten auf die dramatische Lage im Rollenoffset / Tiefdruck

07.01.2006

15. EWA-Gipfelkonferenz:

Antworten auf dramatische Lage im Rollenoffset

Die 1998 von Michael Dömer, einem der führenden Berater in der Druckindustrie, gegründete European Web Association (EWA) ist zu einer anerkannten Institution geworden.

Die Teilnehmer der dreimal pro Jahr von Dömer veranstalteten Gipfelkonferenzen lesen sich wie das Who is Who des Rollenoffsets. Es nehmen ausschließlich die Inhaber oder Gesamtgeschäftsführer der Unternehmen und Konzerne teil. Es handelt sich um Klausurtagungen, über die gewöhnlich nicht öffentlich berichtet wird. Im Mittelpunkt stehen Fragen der nationalen und internationalen Marktentwicklung, Anforderungen an Maschinenbauunternehmen und Lieferanten sowie zunehmend auch die Auseinandersetzung mit der Tarifpolitik der Verbände und Gewerkschaften. In den letzten Konferenzen waren Gesprächspartner aus unterschiedlichen Bereichen eingeladen, um im direkten Meinungsaustausch Situationen zu erörtern und Lösungen zu finden. Nach einem Banker und Papierlieferanten war es bei der 15. Gipfelkonferenz ein Vertreter eines namhaften großen Verlages. Die Tendenzen für das Jahr 2003 sind weiter bestimmt von einem massiven Druck der Kunden auf die Preise. In seinem Eingangsstatement bekräftigt Dömer seine bereits zur Gründung der EWA erläuterte Prognose, dass es sich die Branche in ihren Strukturen weiterhin erheblich verändern wird. In einer Studie zeigte er auf, dass in den letzten 3 Jahren bei 22 Unternehmen aus dem Rollenoffset zur Insolvenz, Schließung oder Übernahme kam. Die Analyse zeigt auch, dass der überwiegende Anteil der Kapazität nicht vom Markt verschwunden ist. Bei den Insolvenzen sieht der Unternehmensberater viele Parallelitäten. Die liegen sicher nicht in fehlender Kundenorientierung oder Fehlern bei der Mitarbeiterführung, wie es oft suggeriert wird. Die Antworten auf die Strukturkrise sind oft falsch oder fehlen.

Es gäbe eine Reihe von Lösungsansätzen. Immer noch gäbe es auch innerhalb der Unternehmen viele Möglichkeiten, die Strukturen zu verändern und Kosten zu reduzieren. Mit Nachdruck wendet sich Dömer gegen die immer wieder erklärten Aussagen, die Branche sei zu technisch orientiert. Das mag für einen Zeitraum in der Vergangenheit zutreffen, hat aber nichts mehr mit der Realität zu tun. Gemeinsam mit den Maschinenlieferanten und z. T. auch mit den Kunden müssen insbesondere in den Bereichen Druck, Weiterverarbeitung und Logistik die Automatisierungsprozesse vorangetrieben werden, um dem Preissturz zu begegnen. So Dömer.
Die Mehrzahl der Rollenoffsetunternehmen sieht er im Würgegriff aus Lieferanten, Kunden und Gesetzgebung. Dömer: Es ist ein ziemlicher Unsinn, heute noch das Schulbuchwissen von der Suche nach Alleinstellungsanspruch im Rollenoffset zu verbreiten. Wer in diesem Verdrängungsmarkt von Beilagen, Katalogen und Zeitschriften weiter bestehen will, muss sein Unternehmen betriebswirtschaftlich und technologisch mit hoher Geschwindigkeit weiter entwickeln sowie nach Möglichkeit von Fusionen offensiv suchen. Im Verlagsbereich vollziehen sich epochale Veränderungen, die für die Akzidenzdrucker dann auch Vorteile bieten, wenn sie mit entsprechenden Konzepten überzeugten. Problematisch sieht Dömer die zunehmende Beistellung von Papier durch die Kunden. Z.T. betreibe die Papierindustrie offensiv die Zunahme des Endkundengeschäfts und nehme immer mehr Einfluss auf den Selektionsprozess. Die Druckunternehmer müssen mit neuem Selbstbewusstsein Lösungen erarbeiten, um Herr des Verfahrens zu bleiben oder wieder zu werden. Appelliert Dömer in seiner Rede.

Massiven Druck üben die Rollenoffsetdrucker der EWA seit über einem Jahr auf den Bundesverband Druck aus. Innerhalb der EWA sind ca. 40% der Unternehmer auch im Verband Druck und Medien organisiert. Nach einem Schreiben an den Bundesgeschäftsführer Mayer kam es im Jahr 2002 zu mehreren Spitzengesprächen mit dem Bundesverband, Landesgeschäftsführern auf der einen und Michael Dömer sowie Unternehmern aus der EWA auf der anderen Seite.

In der jüngsten Konferenz wiesen die Unternehmer nochmals mit allem Nachdruck darauf hin, dass nach dem überhöhten Tarifabschluss des letzten Jahres Kostensenkungen im Lohn- und Gehaltsbereich notwendig sind. Dieser Tarifabschluss habe bereits zu umfangreichen Kündigungen von Mitarbeitern führen müssen.

Sollte der Tarifabschluss nicht mind. kostenneutral sein, würde dies zu Verbandsaustritten führen und damit auch ein Fragezeichen an den Flächentarifvertrag setzen. Gleichzeitig forderte die EWA-Konferenz eine Kündigung des Manteltarifvertrages.

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