Presse und Verlautbarungen

Pressemitteilung zur 17. EWA-Konferenz

05.12.2003


90 Prozent der Mitglieder dieser Rollenoffsetorganisation, sowie einiger Tiefdrucker waren gekommen. Teilnahmeberechtigt sind ausschließlich die Unternehmer oder Geschäftsführer. Mit rund 70 Prozent der deutschen Kapazitäten bildet die EWA ein erhebliches Meinungsbild der Branche. Neben den deutschen Firmen sind auch Unternehmer aus Holland, Österreich und Osteuropa vertreten.

In der 17. Konferenz konnte ein weiterer Interessent in den Kreis aufgenommen werden.

Gedämpfte Markterwartungen

Die Perspektive der Branche wird auch für 2004 skeptisch bewertet. Mit einer deutlichen Erholung der Werbewirtschaft sei nicht zu rechnen. Der Preisdruck halte allerdings an. Bemerkenswert sei, dass dennoch die Kapazitäten weiter ausgebaut würden. Einige Unternehmen berichten von Investitionsvorhaben.
Verstärkt ist der Wettbewerb aus Osteuropa zu spüren. Im Rahmen der Osterweiterung und zunehmenden Investitionstätigkeiten dort werden sich die Unternehmen auf einen weiteren Preisdruck auch dadurch einstellen müssen.

Berater Dömer empfiehlt, rechtzeitig vertikale wie horizontale Verbindungen mit osteuropäischen Unternehmen einzugehen.

Prozessoptimierung und Automatisierung gefordert

Besondere Bedeutung liege weiterhin in der Prozessoptimierung und dem Kostenmanagement. Gerade im Drupajahr werde man sich wieder mehr mit Technologie beschäftigen.

Das Gerede, die Branche sei zu technisch orientiert bezeichnet Dömer als „olle Kamellen“. Es sei vielmehr wichtig, sich mit dem Thema Automatisierung intensiv zu beschäftigen.

Markt fordert mehr fachliche Beratung

Ausführlich beschäftigte sich die Konferenz mit veränderten Anforderungen des Marktes. Dömer berichtet von Interviews mit namenhaften printbuyern im Rahmen eines umfangreichen Projektes, das er für MAN-Roland durchführt. Die Anforderungen der Kunden an die technische Beratung durch den Verkauf sei hoch und würde meist nur unzureichend erfüllt.

Bestätigt wurde diese Aussage durch den Geschäftsführer von Economia, Herrn Voegtle. Die Agentur gehört zu den größten Produktionsagenturen in Deutschland. In der Reihe „Kunden im Gespräch“, die die EWA in ihren Konferenzen regelmäßig durchführt, kam es zu einer kritischen und engagierten Diskussion zum Thema Kundenanforderung und Preispolitik. Es ist zweifellos so, dass die Forderungen an die Drucker immer höher werden, bei der Vergabe das „best price“ Kriterium dennoch ganz oben stehe. „Wer das schön redet, hat keine Ahnung von Praxis“, so Dömer.
Kritik an der Papierindustrie

Der Tagungsordnungspunkt „Die Entwicklung der Papierindustrie“ brachte so manche Unmutsäußerung. Der Konzentrationsprozeß in der Papierindustrie führe zu Verhalten, das oft wenig mit Kundenorientierung zu tun habe. Immer mehr würde das Endkundengeschäft offensiv durch die Lieferanten betrieben. Beispielsweise m-real bekenne sich in aller Offenheit dazu, in die Vergabepolitik aktiv Einfluß zu nehmen. Die Unternehmer der EWA werden nach Möglichkeiten suchen, dass die Druckindustrie „Herr des Verfahrens“ bleibe.
Insolvenzrecht und Subventionen gefährden Markt
Die Branchensituation werde auch verschärft durch das geltende Insolvenzrecht.

Unternehmer, die unter vorläufiger Insolvenzverwaltung stehen, betreiben oft eine dramatische Preispolitik. Durch die Entlastung von Lohn- und Gehaltszahlungen ergebe sich eine entlastete Kostensituation, die sich verzerrend auswirke. Besonders problematisch sei die Erfahrung, dass sich marode Firmen entschulden lassen, um sich dann mit billigst erworbenen Maschinen wieder in den Marktkampf zu begeben.

Im Auftrag der Unternehmer wird Michael Dömer eine entsprechende Eingabe in den politischen Gremien machen, um auf eine Überprüfung dieses Gesetzes hinzuwirken.

In diesem Zusammenhang wird auch die fortdauernde Subventionierung von Unternehmen in den neuen Bundesländern von der EWA nachdrücklich verurteilt. Der Eingriff des Staates zerstöre die marktwirtschaftlichen Mechanismen.

Die Strukturen verändern sich

Michael Dömer geht weiterhin von einer deutlichen Strukturveränderung der Branche aus. Die Anzahl der Unternehmen wird im Laufe der Jahre deutlich abnehmen. Die von einem Beratungsunternehmen dargestellte Zahl von 80 % sei jedoch deutlich übertrieben. Es werde zu mehr Fusionen kommen müssen. Ausländische Investoren seien am deutschen Markt aufgrund der Rahmenbedingungen kaum interessiert. Im Laufe der nächsten drei Jahre erwartet Dömer größere Anpassungsprozesse. Er appelliert an den EWA-Kreis, mehr Synergien offensiv miteinander zu gestalten. Wer zudem jetzt seine internen Strukturen der veränderten Situation anpasse, habe große Chancen. Das sei jedoch nur mit viel Konsequenz und auch Härte möglich.
Zum Abschluss der 17. Rollenoffset-Gipfel-Konferenz wird eine positive Bilanz der EWA-Arbeit gezogen. Für 2004 gibt es drei weitere Termine für Konferenzen, sowie eine Reihe konkreter selbst gestellter Aufgaben.

Zurück zur Startseite