Presse und Verlautbarungen

Statements zur „Arquana - Pleite“

07.03.2008


 Michael Dömer:

Die Arquana Pleite war vorhersehbar und entstand durch Fehleinschätzungen und eine zweifelhafte Geschäftspolitik. Sie darf aber keinesfalls benutzt werden, um eine aktive Unternehmenspolitik zur Strukturveränderung der Branche nun aufzugeben oder Investorengruppen grundsätzlich „zu verdammen“. Wer nur zur Tagesordnung übergeht statt die Gründe des Scheiterns und das Verhalten der einzelnen Mitwirkenden im Umfeld zu analysieren, handelt fahrlässig. Die Politik des billigsten Angebotes ist für Drucker ebenso töricht wie für den Printbuyer, der mit einer schwächelnden Branche auf Dauer keine Entwicklungsprozesse seiner optimalen Printstrategie erreichen kann. Die Lieferindustrie muss sich ebenfalls fragen, wie sie sich in einem lebendigen Netzwerk am Erfolg der Printindustrie als ihrem Kundenmarkt aktiver beteiligen kann.

Die geplatzte Arquana Blase hat Schaden hinterlassen – im Markt und Wettbewerb, sozialpolitisch und im Ansehen von Unternehmertum. Man hätte das durchaus früher erkennen und Kampagnen entwickeln können, um in der Kette Lieferindustrie, Druckindustrie und Printbuyer sowie auch bei Führungskräften und Mitarbeitern den Unterschied aufzuzeigen zwischen seriöser - meist mittelständischer - Unternehmenspolitik und Hasardeuren. Mittelstand zielt darauf ab, langfristig das Unternehmen zu sichern, Arbeitsplätze zu schaffen - das Wort "Exit" ist dem Unternehmer fremd.

Aktuell: Deutscher Drucker 5/2008 vom 07.02.2008:

„Was sind die Ursachen des Scheiterns von Arquana?“

Branchenkennern und betriebswirtschaftlich kompetenten Beobachtern musste seit spätestens Ende 2005 klar sein, dass die Arquana-Story sowohl Zweifel an der Seriosität  als auch an der Funktionsfähigkeit des vermeintlichen Konzepts erlaubt.

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Im November 2005 (!)

äußert sich Michael Dömer in einem Interview im Magazin „Druck & Medien“ auch zu Arquana:

„Die Anfänge der Equitigroups haben hoffentlich den Vorteil, dass nun dadurch eigenständige Unternehmer herausgefordert werden, schneller, industrieller und vor allem konsequenter an ihren Strukturen zu arbeiten... Equitigroups haben nicht den langfristigen Erhalt eines Unternehmens zum Ziel. Sie sind aber in der Lage, die mittelständische Struktur einer ganzen Branche zu zerstören...
So verschwinden nicht die Kaputten vom Markt, was zu einer Kapazitätsbereinigung führen könnte. Stattdessen werden heute noch Gesunde in Bedrängnis gebracht....

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15.12.2005 – Deutscher Drucker:

In einem Beitrag im DD Nr. 41 vom 15.12.2005 (!) unter der Überschrift „Rollenoffset ist Industrie und verlangt Größe“ analysiert Michael Dömer die aktuelle Situation der Branche und nennt konkrete Lösungsansätze.

Zur Arquana sagte er:

„Ich habe auch meine Zweifel, ob der Arquana Weg richtig ist. Ich hoffe, er ist seriös und nicht der Weg zur Kapitalbeschaffung einiger weniger Börsenräuber und das böse Erwachen trifft bald die Anleger.
Die Art der gekauften Unternehmen lässt so recht noch keine Strategie erkennen. Auch halte ich es für fraglich, dass die Zentralisierung eines Verkaufs in der Druckindustrie Erfolg versprechend ist.

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Im DD Nr. 24 vom 10.08.2006 wird Michael Dömer als Moderator des Dehnberger Forums zitiert:

„...was Forum Moderator Michael Dömer (der ja auch Initiator der Rollenoffset – Interessengemeinschaft EWA ist) zum Kommentar veranlasste, dies (die Arquana Kaufstrategie) „sehe aus wie eine Sammlerleidenschaft von Altertümern.“

Im Pro & Contra „(Finanz-) Investoren sind gut für die Druckbranche“ der Ausgabe des Druck & Medien Magazins vom März 2007 schrieb Michael Dömer:

„Es gibt „echte“ Finanzinvestoren, wie etwa die Hannover Finanz oder 3i, die tatsächlich Finanzen investieren – meist in gesunde, zukunftsfähige Unternehmen – und andere, die gerade Aufsehen erregen, die überhaupt gar keine Mittel haben „Finanzen zu investieren“, sondern durch die Übernahme toter oder maroder Unternehmen und Börsenkosmetik den voraussichtlich untauglichen Versuch machen, schnelles Geld zu verdienen. Letztere Investoren schaden der Branche. Sie wollen einen relativ schnellen Exit, um kurzfristig Gewinne zu realisieren. Das wird auf absehbare Zeit in unserer Branche schwierig bleiben. Wenn inhabergeführte, zukunftsfähige Unternehmen durch Beteiligungsgesellschaften frisches Kapital zur Finanzierung von Investitionen auch über Finanzinvestoren bekommen, kann das ein Segen sein, wenn „die Zeit danach“ geklärt ist. Es klingt vielleicht hart, aber Insolvenzen gehören auch zur Marktwirtschaft. Künstliche Lebensverlängerung schadet dem gesunden Wettbewerb und vernichtet Arbeitsplätze. Manche verkaufen den aktuellen Trend als Segen für die Branche. Der wahre Segen für die Branche bleiben die marktwirtschaftlichen Kriterien: Lebensfähigkeit aus eigener Kraft durch die bessere unternehmerische Leistung. Der andere „Segen“ wird sich bald als „scheinheiliger“ erweisen.  
 

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