Neu und Aktuell

Insider Kolumne, Deutscher Drucker, Juli 2016

Achillesferse Verkauf: Lösungen sind gefordert

Mehr zu diesem Presseartikel lesen Sie hier

Insider Kolumne Deutscher Drucker Februar 2016

Werden Sie mit Ihrem Unternehmen (wieder) relevant für Ihre Kunden

Mehr zu diesem Artikel lesen Sie hier

Insider Kolumne Deutscher Drucker Mai 2015

Branchenflucht durch fehlende Innovationskultur

Mehr zu diesem Artikel lesen Sie hier

Insider Kolumne Deutscher Drucker November 2014

Nach der Reorganisation ist vor der Reorganisation

Mehr zu diesem Artikel lesen Sie hier

Insider Kolumne Deutscher Drucker Juli 2014

Druckunternehmer müssen aus der Defensive kommen

Mehr zu diesem Artikel lesen Sie hier

Insider Kolumne, Deutscher Drucker 28.11. 2013

Wir müssen das Geschäft nicht besser machen, sondern anders

Mehr zu diesem Artikel lesen Sie hier

Artikel zum Dehnberger Forum 2013, Deutscher Drucker vom 28.

„Mehr Wagemut“ gefordert

Der Moderator mahnte Veränderungsbereitschaft und Innovationskultur in den Unternehmen an.

Mehr zu diesem Artikel lesen Sie hier

Artikel zu ADAM, Print & Produktion 9-10/2013

Die Vertreibung aus dem Paradies

Zerplatzte Träume, versandete Fördermittel, ein fliegender Westunternehmer und viele arbeitslose Ostdrucker - die Zerschlagung der ADAM-Gruppe wirbelt derzeit viel Staub auf.

Mehr zu diesem Artikel lesen Sie hier

Dehnberger Forum 2013

Rede von Michael Dömer zum Dehnberger Forum 2013

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

„Am Anfang wurde das Universum erschaffen.
Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung gesehen.“

Dieses Zitat aus dem Buch von Douglas Adam
„Für Eile fehlt mir die Zeit“ –
übrigens ein Titel, der auch eine Beschreibung für die Situation im Unternehmen ist –
dieses Zitat macht deutlich,
welches eines der größten Probleme in unseren Unternehmen ist.
-> Bedenken überlagern die Innovationskultur

Ich glaube niemand hier im Theater ist der Meinung, dass in diesem gewaltigen Umbruch in Ihrem Unternehmen mehr oder weniger alles so bleiben kann wie es ist. –
Dabei ist es weniger eine Frage von Instrumenten als mehr von persönlicher Kompetenz und Veränderungsbereitschaft eines Teams.
Die meisten Menschen in Ihrem Unternehmen tun aber Tag für Tag dasselbe und es fehlt der Anreiz der Innovation.

Änderungsvorschläge werden oft ärgerlich „allenthalben als Schritt in die falsche Richtung gesehen.“

Es gibt derzeit sehr viele Themen, über die es sich zu sprechen lohnt, wie Erfolge der Zukunft erreicht werden.

Bei den Themen des heutigen Dehnberger Forums möchte ich mich kurz auf dieses –
aus meiner Sicht elementare und auf Dauer lebenswichtige Thema konzentrieren –
auch, weil es noch viel zu wenig als solches erkannt wird :

Aktive Personalentwicklung,
um eine Innovationsoffensive zu starten.


Wir brauchen deutlich mehr eine Kultur der Veränderung, um in Zukunft vom Markt als Partner akzeptiert zu bleiben.

Wir haben keine Print-Krise – meine Damen und Herren,
aber wir haben eine Krise vieler Print-Unternehmen.
Wir werden auch keine Print-Krise bekommen, sondern eine zunehmende Krise vieler Print-Unternehmen.

Die Unternehmen sind in der Krise, die zum einen die Veränderungen, die der Medienwandel zwangsweise mit sich bringt, nicht als Chance begreifen und sich nicht mit der nötigen Konsequenz auch darauf einstellen.
Sie glauben, sich durch noch mehr Anstrengungen in den bestehenden Strukturen zu retten und strampeln sich tiefer in den Sumpf.

Sie versuchen zu skalieren, wo es nichts mehr zu skalieren gibt.

Klare Aussage:
Wir drucken mehr denn je
und es wird auch in Zukunft viel gedruckt.
Man muss das natürlich je Bereich differenzieren.

Aber:
Die Produkte verändern sich, weil der Zweck sich ändert.

Ich muss nicht darauf eingehen.
Sie wissen, was ich meine.

Aber die Leistung, diese Produkte zu drucken ist nicht die Leistung, mit der man Geld verdient.
Man ist auch nicht wirklich innovativ, wenn man seine Vorstufe besonders ausstattet, Daten verwaltet oder über web to print eine standardisierte Leistung erbringt.
Das sind doch wirklich keine neuen Geschäftsmodelle.
Dies sind alles Themen in alten Schablonen für ein altes Unternehmer-Design, in dem viele versuchen zu optimieren, was das Zeug hält.

Das funktioniert noch eine zeitlang und dann immer weniger.
Schließlich stürzt das Modell ein.

Warum?

Weil die Rahmenbedingungen der Märkte sich ändern.
Schon länger wird diese Leistung schlecht bezahlt.

Meinen Sie ernsthaft, dass würde sich ändern, wenn Sie den Prozess dafür optimieren?

Die Märkte wollen im Mix weiter Print –
aber sie bezahlen das nicht als reines Druckerzeugnis.
Kanäle der Kommunikation haben sich nicht addiert und leben getrennt weiter, sondern vermischen sich:
Radio, Fernsehen, telefonieren, lesen, Musik hören, Mode betrachten und bestellen.
Nicht das eine oder das andere
Sondern alles gemischt und gleichzeitig.


Also verändern sich doch die Anforderungen an Sie.
Es geht doch lange nicht mehr um die Mehrfachnutzung von Daten sondern um neue Kompetenzstrukturen insgesamt.

Also verändert sich doch die Kommunikation zwischen Ihren Mitarbeitern im Unternehmen mit Ihren heutigen und zukünftigen Kunden.
Erst langsam, dann immer schneller.
Sind Sie auf diese Welt wirklich vorbereitet?
Investieren Sie in Personalentwicklung?




Stellen Sie sich den Sachbearbeiter oder Verkäufer in Ihrem Unternehmen in der Kommunikation mit der vernetzten Welt bei Kunden vor –
mit dem pure Onliner und high potential.
Ihre Ansprechpartner verändern sich!

Und nun wollen Sie das ändern,
weil die Leistung, die Strukturen, das Denken –
alles ganz anders werden muss.


„Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.“
Dieser Satz aus unserer Einladung von Georg Christoph Lichtenberg begleitet uns durch den heutigen Tag.

Ja, es ist Neuland!
Wir wissen nicht, welche Modelle sich durchsetzen.
Wir wissen nur, dass es ganz anders wird!
Erfahrungen, die lineares Denken und Handeln möglich machen könnten, gibt es nicht.
Dadurch entsteht Unsicherheit.


Diese Unsicherheit haben auch Ihre Mitarbeiter und wollen nicht sehen, dass nicht nur die Welt sich ändert,
sondern dass jeder sich ändern muss.
Statt dessen werden sie noch fleißiger.
Sie verdoppeln ihre Anstrengungen.

Die Entwicklung der internen Ressourcen auf die Veränderungsprozesse ist deshalb von eklatanter Bedeutung, weil es ohne das keine Zukunft geben wird.

Und genau hier liegt bei den meisten Unternehmen ein gewaltiges und gefährliches Defizit.
Offensive Chefs haben es erkannt –
ihnen fehlt der Weg, wie sie den Aufbruch hinbekommen.

Wir stehen mitten im Wandel, der weitreichender ist als das, was wir bisher kennengelernt haben.
Dann müssen auch die Antworten weitreichender sein.
Der Focus der Unternehmenspolitik und der Unternehmensführung muss sich ändern –
übrigens auch die Schwerpunkte der Beratung.

Das Thema Prozessoptimierung war zu seiner Zeit in der Verdrängung äußerst wichtig.
Es rettet Sie aber nicht im Wandel der Anforderungen!

Sie glauben doch nicht, dass Sie Zukunft haben, wenn Sie aus Ihrem Prozess ein paar mehr Cent herausholen?

Ich sage nicht, dass Sie sich darum nicht kümmern müssen. Das bleibt verdammte Tagesarbeit – wie schon immer, wenn man Wettbewerb hat.

Wenn wir jetzt über Prozesse reden, dann darüber, wie wir sie komplett verändern zwischen Lieferanten und Kunden und Ihnen, nicht aber, wie wir das Bestehende optimieren –
weil das Bestehende auch optimiert keinen Wert schöpfen wird.

Auch das Thema Kostenmanagement oder Organisationsänderung hat weiter einen Stellenwert,
ist aber auf keinen Fall das entscheidende Kriterium,
nicht der Focus.

Im Gegenteil:
Zu viel Normen, Reglementierungen und Exellisten behindern Kreativität.
Die ständige Fokussierung auf kurzfristige Ergebnisse macht Probleme, die Antworten auf den Wandel zu finden.

Wir brauchen ein Gleichgewicht der Anstrengungen zwischen effizientem Status Quo und dem konsequenten Aufspüren der externen Veränderungen und deren Suche nach neuen Lösungen darauf.

Entscheidend wird sein, welches Unternehmen am meisten open minded und bereit ist, andere Wege zu gehen statt die bestehenden schöner zu asphaltieren.

Ich erlebe derzeit oft eine Stimmung wie zum letzten Gefecht:



Der Blick nach innen,
Besessenheit nach Auslastung um jeden Preis, Kostenreduzierungung und Prozessoptimierung verhindern den Blick nach außen in die anderen neuen Welten,
denen wir uns anpassen müssen.



Die aufgeklärten Chefs rufen nach Veränderung, wissen aber nicht, mit wem sie diesen neuen Weg gehen sollen.
Endlose Meetings, in die viele reingehen aber nichts rauskommt, helfen nicht.

Mal ehrlich:
Wer in Ihrem Unternehmen kümmert sich wirklich um die Zukunft?
Abwicklung ist Trumpf!

Die Veränderung beginnt bei den Chefs:

Mich rief gestern ein von mir sehr geschätzter Geschäftsführer eines Unternehmens an und entschuldigte sich, dass er doch nicht kommen könne – er habe so viel zu tun!
Wie lange noch, wenn er nur der Tagesarbeit nachgeht und der Frage: wie fülle ich meine Rotationen?

Das alles ist nicht so leicht.
Sie wissen, dass ich aus der Praxis komme und den Zielkonflikt verstehe. Passen wir aber auf, dass wir nicht nur erklären, warum es anders nicht geht. Die Erklärungen geben uns ständig die Insolvenzverwalter.


In einem sehr interessanten Unternehmen, in dem ich 2 Jahre als Interim-Manager tätig war, habe ich die Stelle „business development“ geschaffen.
Damit jemand Zeit hat, um Antworten auf zukünftigen Marktveränderungen zu bekommen.
4 Monate nachdem ich weg war, wurde dieser high potential gekündigt.
Begründung:
Der hat ja kein Umsatz geholt und nur gekostet.

Ich habe in einem Unternehmen, das für den point of sales hochwertige Produkte fertigt, 2 Verkaufsmitarbeitern empfohlen auf eine Veranstaltung des Handelsverbandes zu gehen mit dem Titel: „Die Zukunft am Point of Sale“.
Sie fanden das weniger sinnvoll.



Abgesehen davon, dass sie keine Zeit hatten:
Auf der Teilnehmerliste stand nicht einer, der Druckaufträge vergibt.

Wie peinlich ist das denn?
Es ist Normalität in den Unternehmen.
Nicht: Reisen bildet –
Reisen kostet!



Ich mache gerade ein sehr spannendes Coaching-Projekt in einem größeren Unternehmen.
Gutes Team, fleißig ohne Ende –

Das Unternehmen verdient nicht soviel Geld, wie es gerne möchte. Die Markt- und Wettbewerbssituation ändert sich.
Sie werden in die Existenzkrise kommen, wenn sich nichts ändert, obwohl –
oder weil - alle so emsig sind.

Da ist einer bei, der entwickelt neue Produkte –
der wird von der Geschäftsleitung gelobt,
weil diese die Zeichen der Zeit erkannt hat.
Die anderen sind sauer.
Der soll erst einmal soviel Umsatz machen wie wir und die Maschinen füllen!


Was tun, meine Damen und Herren?

Wir müssen eine Kultur der Innovation schaffen.
Das kann man nicht beschließen und verkünden.
Das ist ein strategisches Ziel
und das erfordert andere Führung.

1. Investitionen in Mitarbeiter wird die zentrale Aufgabe des Managements ab sofort und in den nächsten Jahren.
Wegen des demografischen Wandels ist das ohnehin wichtig –
wegen des Medienwandels eine Überlebensfrage.

Diese Investition muss weit über die eigentliche fachliche Qualifikation hinausgehen.
Investition heißt auch investieren.
Der return kommt nicht unbedingt sofort.

Personalentwicklung heißt mehr denn je raus aus der Branche – Weltluft schnuppern – andere Branchen, andere Denken kennenlernen.
Das fängt beim Chef an.
Sie sind deshalb hier in Dehnberg –
aber die vielen anderen?
Es ist Unsinn, dass Sie keine Zeit haben.


2. Radikal infrage stellen und führen.
Stellen Sie das Bestehende infrage.
Weil jemand 20 Jahre seinen Job gemacht hat, muss er nicht diese Position behalten.

Machen Sie die Fenster auf und machen Sie Durchzug, dass auch mal etwas durcheinander fliegt.

Sie werden Ihren Unternehmenserfolg nur zurück gewinnen oder ausbauen und Wettbewerbsvorteile – und darum geht es ja – erlangen,
wenn Sie als Führung mutig sind das intensiv zu hinterfragen, was bisher als selbstverständlich galt – sogar und besonders das, was Sie selbst –
vielleicht sogar erst kürzlich –
als Lösung beschlossen haben.
Das ist übrigens ein Zeichen von Souveränität.


3. Schaffen Sie eine Art Sonderwirtschaftszone, in der Sie experimentieren.
Nicht kurzfristig ergebnisorientiert
sondern zukunftsorientiert.

Google, Amazon, Zalando – haben längere Zeit rote Zahlen geschrieben und dann rappelte der Geldspeicher.

Die 10-15 Mio.-Investition in eine neue Maschine werden auch auf längere Zeit abgeschrieben!



Und übrigens:
Wenn Sie heute bereits bereit sind, mit Ihrem bestehenden Geschäftsmodell kein Geld zu verdienen –
warum sind Sie es dann nicht bei neuen Ideen, die wahrscheinlich den Turn around bringen?

Erwarten Sie aber nicht, dass Ihnen jemand anders sagt, was in ist und was Zukunft ist,
damit Sie es nachmachen können.
Sie finden jetzt nicht das kopierbare Geschäftsmodell, nach dem Sie suchen.

4. ... und das ist die Überschrift:
Risikobereitschaft erhöhen.

Für die jungen unter Ihnen:
Risikobereitschaft, das war mal ein zentrales unternehmerisches Merkmal.

Was erleben wir denn in den meisten Unternehmen – insbesondere in den großen, die so stolz sind auf Ihre Vergangenheit?
Es sind oft negative Kulturen, meist recht selbstgefällig.
Sie zeichnen sich nicht selten durch Bürokratie, Taktik und Papierkrieg aus.
Skepsis steht vor Wagemut.


Gefahren werden dadurch viel zu spät wahrgenommen.
Desinteresse ist nicht unbedingt eine akute Gefahr, wenn es irgendwie läuft.
Aber das Unternehmen fault dadurch von innen nach außen.


Das Positive zum Schluss


Lange gab es nicht so viele Chancen für Unternehmer, für Sie!
In jedem Unternehmen schlummern Innovationspotentiale!

Es ist völliger Unsinn, dass Print stirbt.
Es ist auch nicht richtig, dass nur wenige übrig bleiben.
Es gibt neuen Kontext, neue Formen – der Markt braucht Sie – mehr denn je.
Endlich haben Sie die Perspektive, aus dieser Defensivsituation rauszukommen, in der nur der Preis zählte.

Sie sind Kompetenzzentrum für Ihre Kunden.

Ich finde den Satz gut von Ethan Mollik, Assistenzprofessor für Management an der Wharton School:

„Wir stellen uns Unternehmen immer zu sehr als Systeme vor und nicht genügend als Menschen.“





Die Veränderungen machen Menschen –
Oder blockieren Sie.
Auf Ihre Führung kommt es an.

Überraschen Sie Ihr Team:

Sie sind nicht hier beim Dehnberger Forum,
dem wichtigsten Impulsgeber der Druckindustrie, weil Sie alles lassen wollen, wie es ist.
Dann wären Sie schließlich Zuhause geblieben und hätten in der Zeit herrlich dem Wettbewerber die Preise zerschießen können.
Also machen Sie ab morgen etwas daraus!

Auf in die Zukunft –

Dehnberg soll Gedanken anregen.
Dehnberg gibt Impulse
-> Tun musst Du!


In diesem Sinne freue ich mich auf einen spannenden Tag mit Ihnen und unseren Rednern.

Vielen Dank

Dehnberger Forum 2013

Das Dehnberger Forum 2013 findet statt am 19. September 2013 im Dehnberger Hoftheater.

„Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll."

Mehr zu dieser Veranstaltung lesen Sie hier

Mehr Informationen auf dieser Internetseite.

Pressemitteilung vom 18.07.13

Von „Print stirbt“ keine Rede

EWA-Faktencheck:

Stetiges Print-Wachstum 2008-2012
Rollenoffsetkapazität 2012 voll ausgelastet
Preisentwicklung hat Schmerzgrenze überschritten

- EWA repräsentiert jetzt 4 Mrd. € Umsatzvolumen -

„Mir ist keine faktenbasierte Detailerhebung bekannt, die das Volumen gedruckter Produkte nach mehreren Kriterien so genau auswertet“, so Dr. Thomas Schön, Geschäftsführer Walcker Offsetdruck zur Erhebung, die die Interessenorganisation Rotationsdruck (EWA) an den Branchenberater Michael Dömer vergeben hatte.
Die EWA repräsentiert im deutschsprachigen Raum als Interessenorganisation des Rotationsdrucks mit einem vertretenen Umsatzvolumen von 4 Mrd. € etwa 80 % der Kapazität. Die Untersuchung zeigt damit die Situation der Branche, insbesondere im Segment Werbedrucksachen, Katalog- und Zeitschriftendruck wesentlich exakter, als viele aus Sekundärquellen abgeleitete Aussagen.


Print-Volumen gestiegen:

Zwischen 2008 und 2012 stieg die eingesetzte Papiertonnage der Drucker in der EWA um fast 10%, obwohl die Grammatur der Produkte im Schnitt um 9,2% sank. Die Anzahl produzierter und gerüsteter Formen stieg um 16%. Insgesamt erfolgte in diesem Zeitraum ein Anstieg der produzierten Seiten um 21%. Klar zu erkennen ist damit eine größere Produktvielfalt mit kleinteiligeren Auflagen. Diese Fakten widersprechen der „gefühlten These“, das Print-Volumen nehme ständig ab. Der Verfasser der Studie, Unternehmensberater Michael Dömer, mahnt aber zur Differenzierung. Die Zahlen der Papierindustrie zeigten deshalb andere Werte, weil im Zeitungsbereich und in den meisten anderen europäischen Ländern die Entwicklung negativ sei. Dennoch: „Wir drucken so viel wie nie zuvor“, so Axel Hentrei, Geschäftsführer Mohn Media.

Diametral entgegengesetzt ist die Entwicklung im Tiefdruck. Ein Teil der Tiefdruckaufträge ist wegen sinkender Auflagen in den Rollenoffset abgewandert. Außerdem sind Volumina wie Quelle und Neckermann weggefallen.


Mit Auslastung 2012 zufrieden

Ebenfalls untersucht wurde die Auslastung der Rotationen in 2012 je Maschine und Monat. Wie jedes Jahr lässt die EWA anhand ihrer vertraulichen Produktionsdaten die Beschäftigung pro Maschine pro Monat in Summe ermitteln.189 Rotationen von 8 bis 96 Seiten liegen dieser Auswertung zugrunde.

2012 waren durchschnittlich 105% der „Normalkapazität“ im 3-Schicht-Betrieb ausgelastet. Traditionell liegt der Frühsommer darunter, der Jahresbeginn und Herbst teilweise deutlich darüber. Insbesondere im high volume Bereich stößt die Auslastung in einigen Monaten an die Grenze des maximal Möglichen. Bei der Bewertung muss auch berücksichtigt werden, dass in den letzten Jahren die maschinelle Kapazität in Deutschland ständig gestiegen ist. Dies nicht zuletzt aufgrund höherer Maschinenleistung. In der EWA Auswertung 2012 sind inzwischen fünf 96-Seiten Rotationen enthalten.


Weiterer Mitgliederzuwachs der EWA

Die Interessenorganisation EWA ist derweil weiter auf Wachstumskurs. Nach der jüngsten Erhebung aus Juli 2013 repräsentiert die EWA im Rotationsdruck inzwischen 4 Mrd. € Umsatz und ca. 13.700 Mitarbeiter im deutschsprachigen Raum. Die Kapazität entspricht rund 80% des Branchenbereiches.


Fazit:

Sowohl die Langzeitbetrachtung als auch die Analyse 2012 zeigen, dass die Aussagen über dramatische Printrückgänge und Überkapazitäten von 30% pauschal nicht für den Akzidenz Rollenoffset stimmen. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass das anhaltende Wachstum bei Beilagen die Entwicklung in anderen Segmenten teilweise kompensiert. Lineare Hochrechnungen für die Zukunft seien nach Überzeugung von Michael Dömer jedoch in keine Richtung seriös.

Michael Dömer hält die Preise in der Branche allerdings für entsprechend unangemessen. Dies zeige sich immer wieder auch dadurch, dass Unternehmen bei hoher Auslastung in die Insolvenz gehen und nicht etwa wegen Auftragsmangel. Schwierig sei es aufgrund der saisonalen Schwankungen, dem massiven Preisdruck zu begegnen. Die Belastungsgrenze der Rotationsunternehmen sei überschritten, so Dömer. „Zunehmend setzt sich bei den erfolgreichen Unternehmen die Erkenntnis durch, sich rechtzeitig aus einer Preisschlacht zu verabschieden. Aktuelle Insolvenzen zeigen, dass Umsatz um jeden Preis ein Managementfehler ist.“ Alleine die EEG-Umlage beträgt in Summe aller EWA-Unternehmen über 20 Mio. €. Hinzu kommen die insgesamt deutlich steigenden sonstigen Energiekosten.




Den Print-Kunden rät Michael Dömer, solide Partnerschaften aufzubauen, damit sie nicht auf Dauer Nachteile durch Insolvenzen oder Schwächung der Branche zu spüren bekommen. Den Rotationsunternehmen empfiehlt er, Differenzierungs-strategien zu prüfen und notfalls Kapazitätsanpassungen vorzunehmen. Er erwartet in den nächsten Jahren eine weitere Konsolidierung der Branche, diese würden jedoch langsamer verlaufen als viele Prognosen meinen, da Subventionen und das Insolvenzrecht Marktmechanismen behindern.


Güster, den 18. Juli 2013

Michael Dömer
Sprecher und Vorsitzender der EWA

Pressemitteilung Dehnberger Forum 2013

Entschieden: manroland setzt erfolgreiche Veranstaltung fort.
8. Dehnberger Forum am 19. September 2013

Mehr zu diesem Beitrag lesen Sie hier

Insider Kolumne, Deutscher Drucker 07.03. 2013

Change-Management: Der „Wechsel“ muss gelebt werden

Mehr zu diesem Beitrag lesen Sie hier

Auf ein Wort, Druck und Medien Februar 2013

Platzhirsche blockieren die Zukunft

Mehr zu diesem Beitrag lesen Sie hier

Pressemitteilung der EWA, 13.02.13

Michael Dömer in BDI/BDA Mittelstandsausschuss delegiert

Michael Dömer wurde vom Dachverband der Unternehmerverbände UV-Nord in den Mittelstandsausschuss des BDI/BDA nach Berlin delegiert. Die Berufung wurde jetzt vom BDI/BDA bestätigt. Michael Dömer engagiert sich in seiner Funktion als Vorsitzender und Sprecher der EWA (European Web Association) im UV-Nord, dem Zusammenschluss der Arbeitgeberverbände Hamburg und Schleswig-Holstein mit 71 Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden.
Die EWA vertritt die Interessen des Rotationsdrucks mit ca. 4 Mrd. € Umsatz und über 15.000 Mitarbeitern für rund 70% der Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Michael Dömer gehört zudem seit 26 Jahren zu den führenden Unternehmensberatern der Druckindustrie.
„Mit meinem Engagement im Mittelstandsausschuss des BDI/BDA und über den UV_Nord möchte ich mich für marktwirtschaftliche Rahmenbedingungen einsetzen. Der Mittelstand ist die tragende Säule von Wohlstand und Innovation in Deutschland.“, so Michael Dömer zu seiner Zielsetzung in dieser Funktion. Michael Dömer kennt auch aus seinen zahlreichen Beratungsprojekten und Interimmanagement-Erfahrungen im Bogenoffset und Rotationsdruck sowie der Verpackungsbranche die Anliegen der mittelständischen Printbranche.
Güster / Hamburg, den 13. Februar 2013

Dehnberger Forum 2012, DD 13.12.12

Kreativität statt Selbstmitleid

Mehr zu dieser Pressemitteilung lesen Sie hier

EWA-Pressemitteilung, Deutscher Drucker vom 06.12.12

Rollendruckereien: „2012 entsprach den vorsichtig optimistischen Prognosen“

Starke Eingriffe durch EU-Gesetzgebung beklagt.

Mehr zu dieser Pressemitteilung lesen Sie hier

Top-Level Seminar für das Management Print und Medien

Persönliche Spitzenleistungen erbringen und Menschen zum Erfolg führen. Mehr zu diesem Seminar lesen Sie unter hier>/a>

leer

Pressemitteilung der EWA, Druckspiegel 11/12

Deutschlands große Druckereien: 2012 entsprach den vorsichtig optimistischen Prognosen

Mehr zu dieser Pressemitteilung lesen Sie hier

Insider Kolumne, Deutscher Drucker Oktober 2012

Allen Pleiten zum Trotz: Der Bogenoffset hat Zukunft

Mehr zu diesem Beitrag lesen Sie hier>/a>

Pressemitteilung Dehnberger Forum 2012

7. Dehnberger Forum am 18.10. 2012 TOP Referenten für das Management von Print „Du kannst! So wolle nur!“ Neuer manroland Geschäftsführer Eckhard Hörner-Maraß wird ebenfalls erwartet.

Mehr zu dieser Pressemitteilung lesen Sie hier

Social Media Konzepte exklusiv für die Druckindustrie

Michael Dömer und Prof. Dr. Skibicki, Brain Injection, unterschreiben Kooperationsvertrag

29. Mai 2012

Social Media Konzepte exklusiv für die Druckindustrie:

Michael Dömer und Prof. Dr. Klemens Skibicki, Brain Injection, unterschreiben Kooperationsvertrag

Güster / Köln, 29.05. 2012

Michael Dömer Unternehmensberatung und Prof. Dr. Klemens Skibicki, Brain Injection, Köln haben einen Kooperationsvertrag exklusiv für die Druckindustrie unterzeichnet.

Social Media Konzepte sind nach Überzeugung von Michael Dömer für Unternehmer der Druckindustrie in mehrfacher Hinsicht von zunehmender Bedeutung. „Viele Unternehmer wissen zwar, dass dieses Medium wichtig ist, es fehlt aber an Wissen und Erfahrung“, so Michael Dömer.

Brain Injection ist ein hochkompetentes Expertenteam mit umfangreicher Expertise aus namhaften Unternehmen. Gesellschafter Prof. Dr. Klemens Skibicki ist auch Dozent und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität zu Köln und Prof. an der Cologne Business School. Ebenso ist er Gründungsmitglied und wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Instituts für Kommunikation und Recht.

Maßgeblich eingebunden in die Zusammenarbeit für die Druckindustrie ist auch Dipl. Kfm. Frank Mühlenbeck, der selbst 16 Jahre Internetunternehmer war und bereits 6 Bücher über Social Media veröffentlicht hat. Sein Schwerpunkt bei Brain Injection ist Technologie und Implementierung.

Zu den Referenzen von Brain Injection gehören bekannte Unternehmen wie C&A, EHI, Retail Institut, Deutsche Post, Thieme und viele andere. Prof. Klemens Skibicki hatte bereits auf dem Dehnberger Forum 2010 vor Unternehmern der Druckindustrie hohe Aufmerksamkeit.

Michael Dömer: “In diesem Marktsegment tummeln sich derzeit viele Anbieter mit Halbwissen. In der Kooperation mit Brain Injection haben wir einen TOP Level Partner für die Druckindustrie.“

Im Wesentlichen werden für die Branche 3 Beratungsprodukte angeboten:
1. Qualifizierungsprogramme
(Seminare, Vorträge, Einzelschulungen) über
Anwendung von Social Media
2. Vertriebskanal Social Media:
Entwicklung einer Social Media Agenda für Druckereien
zur Vermarktung

3. Geschäftsmodelle erweitern:
Strategieentwicklung für neue Geschäftsmodelle von
Print Unternehmen


Neben unternehmensspezifischen Workshops, Seminaren und Projekten ist für den Herbst eine Veranstaltung für Unternehmer und Führungskräfte zu o.g. Themen vorgesehen.

 www.michaeldoemer.de
 www.brain-injection.com

Mehr Informationen erhalten Sie über doemer@doemer-ub.de.

Michael Dömer


E-Mail: doemer@doemer-ub.de

Insider Kolumne, Deutscher Drucker 03.05. 2012

Gefahrenstelle Zielkonflikt: Wichtig und dringlich?

Mehr zu dieser Kolumne lesen sie hier

Creativ Printing Konferenz vom 17.04. 2012 in Wien

Unter den folgenden Links lesen Sie die Veröffentlichungen zur Creativ Printing Konferenz 2012 in Wien:

http://www.wallstreet-online.de/nachricht/4905076-creative-printing-verbraucher-print-web


http://www.mmflash.at/index.php?id=188&tx_ttnews%5Btt_news%5D=4622&anchor=46
17



http://www.4-c.at/stories/artikel/aid/10564/Top_Event/Das_war_die_Creative_P
rinting_2012?af=Home.TopRead#/stories/artikel/aid/10564/Top_Event/Das_war_di
e_Creative_Printing_2012?af=Artikel.GStrip&pos=33

Pressemitteilung EWA Kapazitätsstatistik 2011

Hohe Kapazitätsauslastung auch in 2011

Mehr zu deiser Pressemitteilung lesen Sie unter „Presse“

Online Handelskongress 2012

„Online wird zu No-Line Handel“ Der Kreis schließt sich – Die Zukunft ist multi nicht mono, auch Print bleibt.

Wie bereits in 2011 startet auch dieses Jahr wieder mit einer Flut an Kongress Angeboten über die Zukunftsstrategien des Onlinehandels und Online-Marketings. Das Opening bestritt der Branchen Kick-Off Jahreskongress Online Handel 2012 des Management Forum der Verlagsgruppe Handelsblatt GmbH Ende Januar in Bonn unter dem Motto „Online wird zu No-Line Handel“ .

Insgesamt rund 50 (!) Vorträge – aufgeteilt in 3 parallele Sessions über 2 Tage: Das war ein gewaltiges Programm und oft hatte man die Qual der Wahl. Positiv die insgesamt gute Organisation. Das futuristische und anspruchsvolle Hotel Kameha Grand in Bonn am Rhein war der richtige Rahmen (alles fließt). Die Frage ist nur, ob nicht weniger mehr wäre. Manch ein Vortrag war „fast food“, manch anderer nur eine Produktpräsentation von Herstellern. Die Zeit für Nachfragen und erst recht für Diskussionen war zu kurz. So mancher vermeidliche Trend muss wirklich infrage gestellt werden. Wie so viele Hypes – es kommt dann doch anders als man denkt.

Zunehmende Verschmelzung der Vertriebskanäle
Mit zunehmender Internetnutzung und rasantem Anstieg der Nutzung mobiler Endgeräte, wie Smartphones und Tablet-Computer, verschmelzen in den kommenden Jahren die Online- und Offline-Vertriebskanäle zu „Multi-Channel-Systemen“. Die nächste Entwicklungsstufe des Multi-Channeling gilt dem sogenannten No-Line-Handel. Die unterschiedlichsten Absatzkanäle vernetzen sich in einer Intensität, dass der Kunde sie als getrennte Verkaufsplattform gar nicht mehr wahrnimmt.
Die Kunden nutzen mind. 2 Vertriebskanäle, wobei hier informieren, vergleichen und kaufen die Nutzungsmotivationen darstellen. So kommt der Onlinehandelhandel unaufhaltsam in die Läden. Eine völlig neue Marktsituation entsteht, denn der Kunde vergleicht nicht nur stationär vs stationär, sondern on/offline .


Chance und Risiko
Den Onlinehandel auch im Stationärgeschäft einzubinden ist wiederum eine –insbesondere für große Handelsformate/Warenhäuser- durchaus positive Entwicklung. Zumindest in den USA erleben große Betriebsformen, wie JC Penney oder Nordstrom geradezu eine Renaissance im Wechselspiel des Informierens und Kaufens durch die Einbindung von Touchpoint Countern, oder Ausstattung des Personals mit Tablet Endgeräten. Doch die Chancen, die mit der wachsenden Zahl der Kommunikationskanäle verbunden sind, stellen zugleich auch ein erhöhtes Risiko dar: Ein Kunde, der im Internet, auf dem Smartphone oder dem Tablet-PC ein schlechtes Nutzererlebnis hat, meidet höchstwahrscheinlich auch den stationären Laden oder umgekehrt. Dieser kann sich selbst komplett ins Abseits bringen. Betroffen sind hier insbesondere die kleinen und mittleren Handelsunternehmen, die noch gar nicht die Zeit , Ressourcen oder das Kapital hatten eine komplett professionalisierte Multi Channel Vertriebsstruktur aufzubauen.

Was heißt das für Unternehmen?
Zum einen: die Zukunft wird wieder real, im Laden, man kann sie wieder “fassen“.

Zum anderen: wir stehen erst am Anfang dieser Entwicklung und können uns dem Online Trends nicht entziehen, denn die Welt von morgen wird eine andere sein. Der Kunde kauft anders, kommt auf vielfältigste Weise ins Geschäft – und - damit er kommt, dafür muss der Handel deutlich mehr tun.




Wo stehen die Unternehmen?
Zur Zeit beschäftigen sich die meisten Mittelständler immer noch mit der Frage, ob sie überhaupt online gehen sollen. Haben sie diese Einsicht gewonnen, wissen sie auch, dass sie gleichzeitig auch die Einbindung in das Social Commerce vornehmen müssen, war doch 2011 geprägt von Horrorszenarien, für den, der keine Follower hat. Es ist allerdings deutlich stärker zu differenzieren, was überhaupt „social media geeignet“ ist. Die Prognosen der Fan- Gemeinde schießen weit über das Ziel hinaus.

Und der nächste Trend steht auch schon vor der Tür – Mobile Commerce auf allen erdenklichen Endgeräten, Kunden, die nur noch bewaffnet mit ihrer mobilen Preissuchmaschine von einem QR Code zum nächsten shoppen.


Print bleibt
Interessant, dass die Freaks auf dem Kongress unter sich bleiben. Das Wort Print kommt selten vor, Gäste aus diesem Segment sind eine kaum wahrzunehmende Randgruppe. Interessant aber die Realität: In keinem Bereich geht es ohne. Im Gegenteil: Immer mehr Internet-Shop-Anbieter entdecken das Medium Katalog und Mailling oder Plakat. Zalando, Net a porter sind da nur prominente Beispiele. Auch der stationäre Händler, der ins Netz geht, nutzt zunehmend Print. Die Werbewirtschaft wird Markenbildung nicht alleine via Internet erreichen. Die Printbranche aber muss aus der Starre des Selbstmitleids raus. Es gibt eine neue Welt. Die ist Multichannel und Multimedia – in allen Bereichen ist Crosskompetenz ein „must have“.

Die Veranstaltungen und Summits der Zukunft werden entsprechend auch mehr Differenzierung und Komplexität brauchen. Das wird geschehen, wenn der Hype des Neuen sich legt.


Kaufmann bleiben statt Trendsurfen
Wie soll sich ein Unternehmer nun realistisch verhalten? Den Laden besser gleich schließen, oder alles mitmachen, ohne genau zu wissen, ob und wann der return on invest kommt?

Gibt es eine Lösung?
Ja, es gibt sie: gesunder „Menschenverstand“ und „Kaufmann“ bleiben.
Wer nur alles mitmacht in der Onlineschwarmintelligenz ist ein Getriebener, der off- u. online untergeht. Step by step herantasten, testen, messen, verstehen, Ableitungen treffen und das Ruder in der Hand behalten.
Das ist die Aufgabenstellung an den Handel.
Wenn etwas gemacht wird, aber bitte professionell, sonst wird’s teuer.


Güster, den 13.02. 2012
Michael Dömer

Unternehmerische Konsequenz gegen Print-Depression, DD 15.12

Große Branchenumfrage des „Deutschen Druckers“ zum Auftakt des Drupa-Jahres 2012

Mehr zu dieser Umfrage lesen Sie hier

Perspektive - Print 2012

„Der Druckspiegel“ interviewte für die Ausgabe 12/2011 verschiedene Unternehmensberater der Druckindustrie zum Thema „Bringt 2012 ein neues Start-up für Print"?

Meine Einschätzung zur Druckindustrie 2012 kann konjunkturell nur eine „ceteris paribus“ Betrachtung sein, weil die Umfeldprognosen sich ständig ändern. Anders meine Erwartungen zur Branche in struktureller grundsätzlicher Sicht.
Ich sehe – wie auch in früheren Prognosen – die Print Branche in einer deutlich besseren Situation als es die Schlechtwetter-Propheten ständig verkünden. Daran knüpfe ich aber klare Erwartungen an die Unternehmen. Das Jahr 2011 war deutlich besser als von vielen befürchtet. Auch im Bogenoffset gibt es positive Tendenzen. Die von einigen bewusst oder blauäugig angefachte „Angstdebatte“ über den Niedergang von Print schadet nur denen, die daran glauben. In 2012 und den Folgejahren wird die Erkenntnis reifen, dass man den Wettbewerb durch Internet und social Media überschätzt hat. Print wird seinen Stellenwert im Multichannel wieder stärken und insbesondere zum Premium Produkt werden. Um nicht falsch verstanden zu werden: Die Entwicklungen in den neuen Medien sind revolutionär, aber nicht mit dem Ergebnis einer Print-Vernichtung. Es wird in Teilbereichen von Print eine erhebliche Verschiebung in andere Medien geben. Es wird aber auch Marktbereiche geben, die eine Renaissance erfahren. In 2012 wird eine für Print positive Relativierung beginnen, dass es eine Positionierung auf Augenhöhe mit anderen Medien gibt. Die begrenzte Werbewirksamkeit von Internet und social Media und auch deren Akzeptanz wird zunehmend in zahlreichen Untersuchungen dargelegt. Versender kehren zurück zum Katalog, Internetanbieter entdecken Print, neue Zeitschriften machen Schlagzeilen, die Beilage boomt ungebrochen. Nur die eigene Branche redet sich schlecht und verunsichert die Werbetreibenden.
In 2012 wird es für die Zukunftsunternehmen in Print und Medien dringlich sein, die Geschäftsmodelle und ableitend die Performance anzupassen. Verkaufsorganisationen werden zu Multichannel - Beratern. Ich erwarte 2012 weitere Insolvenzen bei denen, die sich entweder nicht anpassen oder ein betriebswirtschaftliches Defizit haben und die Menge bedrucktes Papier als Parameter nehmen und nicht ihren EBITDA. Ich bin aber auch überzeugt, dass 2012 in der Preispolitik eine Trendwende vorsichtig beginnt, die sich dann beschleunigen wird.
So berichtet der Rollenoffset mehrheitlich über gleichbleibende bis steigende Umsätze und patiell auch zunehmende Preise in 2011 und erwartet das auch für 2012.
Skeptischer bin ich für die Lieferindustrie. Der Maschinenbau wird in 2012 keine Möglichkeiten zur signifikanten Erholung haben. Ersatzinvestitionen werden im vorsichtigen Umfang erfolgen. Vereinzelt kommt es zum Ausbau von Kapazitäten wie die jüngsten Investitionen in 96-Seiten Rotation zeigen. Aber das ist kein Megatrend.
Ich bin ein Freund stetiger technologischer Entwicklung. Das muss auch 2012 sein. Aber die Drupa in der bisherigen Konstellation wird keine Impulse im Wettstreit der Medien bringen und somit auch keine Belebung. Warum auch? Die Welt hat sich verändert. Die Drupa auch? Die Drupa wäre dann ein Segen für die Branche, wenn es gelingen könnte, im Netzwerk aller auch das Thema „Zukunft Print“ zu kommunizieren und vom Produkt aus zu denken.
Entscheider aus Marketingabteilungen und Agenturen, die Aufträge an die Branche vergeben sollen, sind verunsichert, welches Medium richtig ist. Sie interessieren sich derzeit nicht so sehr für die einzelne Technologie.
Bei der Zulieferindustrie werden sich zudem 2012 die Ergebnisse falscher „Restrukturierungsmaßnahmen“ aus 2010 und 2011 bemerkbar machen. Druckunternehmen klagen über schlechte Kommunikation und Organisation sowie fehlende Kundenorientierung bei ihren Lieferanten aufgrund falscher „Rotstiftentscheidungen“. Hier gilt es zu korrigieren – gerade im Drupa-Jahr.
Kurzum: In 2012 lichtet sich der Nebel für Print und die Chancen steigen für eine neue Qualität und Markenbewusstsein in der Branche. Es wird nicht boomen aber die Angst vor der Götterdämmerung kann einer Zuversicht weichen – für die, die 2012 zum Aufbruchjahr definieren.

Pressemitteilung vom 14.09.11 Kooperation Lange/Dömer

Kooperation zwischen Top-Trainer Dieter Lange und Michael Dömer Unternehmensberatung unterzeichnet.

Mehr zu dieser Pressemitteilung lesen Sie hier


Insider Kolumne, Deutscher Drucker 28.07. 2011

Dinosaurier sterben aus - das Gebot der Stunde ist Personalentwicklung

Mehr zu diesem Beitrag lesen Sie hier


Insider Kolumne, Deutscher Drucker 10.03. 2011

Wer nur Kosten senkt, gefährdet Marktkompetenz und Motivation

Mehr zu diesem Beitrag lesen Sie hier


Auf ein Wort, Druck und Medien Februar 2011

Die Fälle Schlott und Johler Druck

Mehr zu diesem Beitrag lesen Sie hier

Weihnachtsumfrage 2010 PRINTKOMPRESS 887/888

Print goes online - das Heil für die Druckindustrie?

... und vice versa: Online goes print. Ebay, Online Shops, stationärer Handel – sie entdecken Print neu. E-Commerce ist weder Bedrohung, noch Heil. Es geht für die Printunternehmen darum, ihren Platz im Multichannel zu definieren. Zu den zentralen Aufgaben 2011 wird es weiterhin gehören, Leistungsportfolio und Vertriebspolitik zu überprüfen und sinnloses Umsatzdenken über Bord zu werfen. Das Team braucht neue Vorgaben für Erfolg! Das Gespenst E-Commerce darf nicht Alibi für Untergang oder Untätigkeit sein. Diese und eine Reihe weiterer Strukturveränderungen machen es erforderlich, einen Businessplan zu entwickeln und – Achtung! – auch umzusetzen.

von Michael Dömer, Dezember 2010

Pressemitteilung vom 11.11. 2010

Rollenoffset
EWA- Herbstkonferenz in Hamburg stellt Weichen für 2011

Das Engagement der Rollenoffsetdruckunternehmen in der European Web Association ist auch 12 Jahre nach der Gründung ungebrochen. Das berichtet der Moderator der Konferenz, Unternehmensberater Michael Dömer. Eine Teilnahme von 95% der Mitglieder sei ein positives Zeichen.

Die EWA – Mitglieder diskutierten auf ihrer Herbstkonferenz am 07./08. November 2010 im Hotel „Le Royal Meridien“ in Hamburg die Perspektiven der Branche und erarbeiteten Statements zu wichtigen Branchenthemen.

Die Konferenzteilnehmer berichten darüber, dass die Auslastungssituation im Herbst 2010 wesentlich besser als erwartet sei und die Kapazitäten vollständig auslasten würde. Die Horrorszenarien seien ausgeblieben. Besser als erwartet habe sich der Zeitschriftenmarkt erholt, die Beilagenproduktion sei stabil und auch im Kataloggeschäft ergäben sich für den Rollenoffset zwar einige Verschiebungen im Bereich Auflagen und Umfang, doch dass sei kein Anlass zur Besorgnis.

Die Ertragssituation spiegele allerdings dieses Bild nicht wieder. Den anhaltenden Preisdruck des Marktes halten die Unternehmer für gefährlich. Er habe allerdings eine Grenze erreicht. Immer mehr Unternehmer seien bereit, Maschinen kurzzeitig abzustellen oder Schichten zu reduzieren statt ruinöse Preise zu akzeptieren. „Kunden müssen für 2011 höhere Preise budgetieren“, so die Einschätzung von Michael Dömer.

Mit Sorge kommentiert die EWA die Preisentwicklung insbesondere für Papier und Farbe. Wenn die Papierindustrie keine Preissicherheit für 2011 gebe, könne niemand mit Verantwortungsgefühl für sein Unternehmen zu Festpreisen anbieten. „Preissteigerungen müssen 1:1 am Markt weitergegeben werden. Alles andere ist existenzgefährdend“, so die Empfehlung des Beraters.

Fusionen beobachten die Unternehmer mit großer Aufmerksamkeit. „Bei Farbe und Papier sind marktbeherrschende Oligopole entstanden und bedenklich“, so ein Teilnehmer. Sollten sich Fusionsgerüchte in der Papierindustrie bestätigen, müsse die kartellrechtliche Auswirkung sehr genau geprüft werden.

Klares Votum gegen staatliche Einflussnahme der EU auf Branchen-konsolidierung und damit verbundene Subventionen

Ein wichtiger Tagesordnungspunkt war das Statement zur Diskussion um eine mögliche Koordinierungsfunktion der EU zum Strukturwandel der Branche.

Zu diesem Tagesordnungspunkt war auch John Caris, CEO Roto Smeets eingeladen. Caris war verschiedentlich auf EU-Ebene in dieses Thema einbezogen worden. Er stellte sich in der Diskussion „ohne wenn und aber“ hinter die Forderung aller Unternehmer und Geschäftsführer aus der EWA, Subventionen ebenso abzulehnen wie jegliche Einmischung von EU–Kommissionen zur Investitionssteuerung einer Branche. Man müsse gemeinsam mehr Präsenz in Brüssel zeigen und deutlich machen, dass der Markt das entscheidende Regulativ zur Kapazitätsanpassung ist.


EWA verstärkt Lobbyarbeit

Ein klares Votum der Teilnehmer gab es auch zu einer verstärkten Lobbyarbeit für Print und insbesondere für den Rotationsdruck. Dies gelte gegenüber Brüssel, aber auch gegenüber anderen Institutionen und der Öffentlichkeit. Überzogene Gesetze und Werbeverbote dürfen nicht hingenommen werden.

Print müsse zudem mehr als wichtiger Bestandteil auch für die Zukunft im Multichannelzeitalter Position beziehen. Um das zu erreichen wurden diverse Beschlüsse gefasst und Arbeitsgruppen gebildet. 2011 will die EWA als Rotationsbranche in die Offensive gehen.


Zusammenarbeit mit dem Tiefdruck beschlossen – ERA als Partner

Nikolaus Broschek, Präsident der Tiefdruckorganisation ERA und Generalsekretär James Siever führten als Gäste mit den EWA – Unternehmern einen zukunftsweisenden Meinungsaustausch. Die Schnittmengen wachsen und es wäre töricht, sich gegenseitig abzugrenzen.
„Der Markt und die technischen Möglichkeiten entscheiden letztlich, welches Verfahren im Einzelfall richtig ist“ so Broschek. Im Übrigen schlossen sich die Repräsentanten des Tiefdrucks in aller Deutlichkeit der Forderung an, die Politik müsse sich aus den Themen heraushalten, die von den Unternehmen zu lösen sind.

Ein gemeinsamer Arbeitskreis aus EWA und ERA wird kurzfristig ein Konzept erarbeiten, wie beide Organisationen ihre Arbeit gemeinsam für die Branche verstärken können.


Positive Aufbruchstimmung gegenüber dem Strukturwandel

Michael Dömer berichtet gegenüber der Presse von einer positiven Aufbruchstimmung in den Unternehmen: „Die Krisensymptome sind mit viel unternehmerischem Geschick und Flexibilität überwunden, den strukturellen Themen stellt man sich mit Engagement und Kreativität. Unternehmen ist unbedingt zu raten, weiterem Preisdruck aus betriebswirtschaftlichem Aspekt konsequent zu widerstehen und Materialpreiserhöhungen weiter zu geben. Die Ertragslage lässt keinen Spielraum zu. Das zeigen die Analysen der Unternehmensergebnisse deutlich. Darüber hinaus wäre es natürlich grob fahrlässig und eine Todsünde gegen die Marktwirtschaft, dem Staat oder der EU mehr Einfluss zu überlassen. Es ist Sache eines jeden Unternehmers, ob er für sich Investitionen oder Kapazitätsabbau beschließt.“

Güster / Hamburg, 11. November 2010

Multichannel inklusive Print -

statt Leben in der Parallelgesellschaft

Deutscher Drucker Nr. 38 vom 18.11. 2010

Ich war sehr gespannt, ob die Druckindustrie aus dem Versandhandelskongress 2009 gelernt hatte. Leider scheint die Entwicklung einer Parallelgesellschaft noch zuzunehmen. Hier „good old print“ – dort „new economie“ mit E-Commerce. Während an den Messeständen der Drucker mangels zukunftsorientierter Gesprächspartner die Sinnfrage gestellt wurde, drängten sich die Besucher bei den „Solution“ -Anbietern für E-Commerce. Insbesondere aber im Kongresszentrum versammelte sich die Zukunft. In zahlreichen Vorträgen ging es um Internet-Shops – das Medium, über das inzwischen weit mehr als 50 Prozent der Bestellungen des Versandhandels erfolgen.
Ich habe viele Vorträge besucht, nur Druckunternehmer traf ich dort nicht – weder als Referent noch als Zuhörer. Print fand im einst gelobten Versandhandelsland kaum noch statt, weder in der Außenwerbung noch in den Vorträgen. Doch es gab Impulse in Hülle und Fülle für den Printunternehmer. Ich bin überzeugt, Print ist nicht tot!!
Vorraussetzung ist, dass man sich als Teil von Multichannel sieht. Als Teil muss ich aber auch das Ganze kennen, Schnittmengen verstehen, neue Dienstleistungen anbieten.
Fullfillment heißt einer der „Renner". Oder: Wie gelingt es, dass die Website bei Google ganz vorne erscheint? Wie muss die Ware präsentiert werden? Wie erreicht die Marke hohen Response? Können wir dem Versender Logistik, Retourenprobleme und 360 Grad Fotografie anbieten?
Wer Internetshop anbietet, macht es anders als der klassische Drucker.
Dort überlegt man stattdessen, wie mit breiteren Rollen und niedrigeren Papiergrammaturen Preise reduzierbar sind. Aus fast jedem Vortrag hätte ein Printunternehmer Ideen gewinnen können – für Print und für seine eigene Zukunft als Multichannelanbieter. Wie kann es sein, dass junge Leute aus der Finanzwirtschaft und Internetwelt als „start up“ alternative Medienkanäle zu Print aufbauen und mit Ende 20 Millionäre sind ? Printunternehmer investieren dagegen 20 Mio. Euro und verdienen damit kein Geld. Diese Erkenntnis macht mich zuversichtlich, weil sie deutlich die vielen ungenutzten Chancen der Print-Industrie zeigt. Außerdem: Es gibt mehr Print als man glaubt. E-Shop-Anbieter entdecken plötzlich Print-Werbung und Kataloge. „Next-a-porter.com“, einer der ganz Großen kommt plötzlich mit Flyern auf den Markt. Sehr hochwertig. Der Drucker allerdings braucht nicht mehr „Außendienstler“ sondern Berater für erfolgreiche Warenpräsentation und Fullfillment in Print und anderen Medien.
Drucker, kommt aus der Defensive! „Integration durch Verstehen und Mitmachen“ ist die Devise, statt Isolation in einer Parallelwelt. Multi eben, nicht mono!

Reaktion der EWA zur Stellungnahme des Europäischen Wirtscha

Reaktion der EWA zur Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses vom 14. Juli 2010 unter der Überschrift „Für eine EU-Politik zur Sanierung der Rollenoffset- und Tiefdruck-Industrie in Europa“.

Die EWA (European Web Association) hatte sich bereits in der Gipfelkonferenz am 19.04.2010 in Hamburg einstimmig gegen die zu diesem Zeitpunkt vorliegende Initiative der EU-Kommission ausgesprochen. Auch wenn das neue Papier einige der gröbsten Fehler in den Prämissen beseitigt hat, bleibt die Zielsetzung einer Einmischung der EU-Bürokratie in die Märkte ebenso erhalten wie die Forderung nach Subventionierung für Großbetriebe, ja, sie wird sogar zum Teil verschärft. Die EWA, die ausschließlich durch Geschäftsführer, Inhaber und Vorstände der überwiegenden Anzahl von Rollenoffsetunternehmen im deutschen Markt vertreten wird, hat sich in einer kurzfristigen Abstimmung erneut gegen diese Bestrebungen auch des Arbeitspapiers der EU-Kommission vom 14. Juli 2010 ausgesprochen.

Aufgrund der zunehmenden Konkretisierung der EU-Bürokratie, in die unternehmerische Freiheit der Branche eingreifen zu wollen, werden sowohl die EWA als Organisation als auch einzelne Unternehmer im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch auf die Politik einwirken, um diese Tendenzen zu stoppen.

Völlig unklar bleibt, wer die zitierten Unternehmensorganisationen sein sollen, die an dieser Initiative mitwirken. Die EWA, als größte und nach unserer Kenntnis auch die einzige Vertretung des Rollenoffsets in Deutschland, wurde weder befragt noch eingebunden. Uns ist nicht bekannt, dass von Unternehmern legitimierte Vertreter repräsentativ daran teilgenommen haben.

Inhalt und Wortwahl des Papiers lassen darauf schließen, dass zunächst die Initiative und Inhalt über die europäischen Gewerkschaften sowie die EU-Bürokratie erfolgte.


Zu den Inhalten:
Es trifft zu, dass die Druckindustrie in einer konjunkturell und strukturell bedingten schwierigen Situation ist. Inwieweit die immer wiederholten 30 % Überkapazitäten vorhanden sind, muss zumindest hinterfragt werden. Ernstzunehmende echte Studien von Analysten sind uns nicht bekannt. Die einzigen Studien über Kapazitätsauslastung, die nachprüfbar sind, wurden 2006 und 2008 im Auftrag der EWA durch Unternehmensberater Michael Dömer erstellt und kommen für diesen Zeitraum zu deutlich anderen Ergebnissen.

Es ist allerdings richtig, dass es zu Strukturanpassungen kommen muss. Die EWA-Unternehmer sind einhellig der Meinung, dass diese Anpassung über den Markt erfolgen muss.

Staatliche Eingriffe und EU-Subventionen haben in den letzten Jahren die Strukturkrise mit herbeigeführt. Massive Subventionen des Staates und der EU in den Aufbau von Kapazitäten haben das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage beschleunigt. Unternehmen, die aufgrund ihrer schwachen Bonität und Marktperformance keine Kredite bekommen, erhielten Mittel und Bürgschaften durch die öffentliche Hand. Unternehmen, die im Rahmen von marktwirtschaftlichen Gesetzen aus dem Markt ausgeschieden waren, was somit zu einer strukturellen Anpassung geführt hätte, wurden durch öffentliche Gelder reanimiert. Diese Faktoren staatlicher Eingriffe führten vermehrt zu Verzerrungen und Preisdumping.

Das Bestreben der EU-Kommission ist es nun, durch zentrale Stellen die Entwicklung der Branche zu steuern. Interessanterweise spricht die Kommission von ca. 30 (!) Rollenoffsetunternehmen und 25 Tiefdruckunternehmen in Europa, die zu der Zielgruppe gehören. Diese Aussage und der Lösungsvorschlag, man müsse „eine angemessene Konsolidierung ... (gemeint ist Konzentrationsprozess) in der Übergangszeit in Betracht“ ziehen, lässt darauf schließen, dass sich das nicht förderlich auf den Mittelstand auswirkt.

Die Kommission möchte Umschulungsmaßnahmen fördern, Arbeitszeitverkürzungen erweitern und hat weitgehende Vorstellungen, wie durch „Arbeitsnormen“, „Spezialisierungsvereinbarungen“ und weitere in Gremien und Ausschüssen begleitete Maßnahmen die Zukunft der Branche und der Arbeitsplätze gesichert werden soll.

In Punkt 4.7.4 der „Perspektive“ fordert die Kommission die „Einrichtung einer Beobachtungsstelle oder eines Branchenrates für Berufe und Qualifikationserfordernisse“. „Mehr denn je offenbart sich die Notwendigkeit, eine echte europäische Industriepolitik gemäß dem Kommissionsvorschlag festzulegen“ heißt es in dem Papier.

An anderer Stelle fordert die Kommission, sich mit der Rolle der Drucksachenbroker zu beschäftigen und impliziert die Möglichkeit, deren Tätigkeit auf gesetzlichem Weg zu regulieren.

Die EWA hat als Unternehmensorganisation bereits vor 10 Jahren vor der schädlichen Auswirkung gewarnt, diese Berufsgruppe, die nur vom Preiskampf lebt, zu unterstützen. Allerdings ist es nicht Sache von staatlichen Gremien und Gesetzen, marktfeindliche Berufsverbote auszusprechen. Es ist Sache der einzelnen Unternehmer, ob sie Broker als Kunden akzeptieren.


Zusammengefasst:

1. Die Unternehmer der EWA erkennen die Notwendigkeit zur strukturellen Entwicklung der Branche. Innerhalb der Interessenorganisationen und Netzwerke ist es nötig, sich über die Marktentwicklung Gedanken zu machen und auszutauschen. Dies geschieht z.B. innerhalb der EWA.
2. Die EWA-Unternehmer begrüßen auch den Austausch mit den Arbeitnehmern, den Betriebsräten und auch der Gewerkschaft, wobei individuelle betriebliche Lösungen bevorzugt werden.
3. Entscheidendes Regulativ für eine gesunde Entwicklung ist der Markt. Die unternehmerische Freiheit, die auch Basis für eine enorme positive Entwicklung der Druckindustrie in der Vergangenheit ist, darf nicht durch Staat, EU oder Kommissionen verdrängt werden. Wohin das führt, haben staatlich gesteuerte Organisationen sowie andere Staatsformen gezeigt.
4. Die Unternehmer des deutschen Rollenoffsets sprechen sich gegen Subventionen aus. Auch zentrale Steuerung und Finanzierungen von Umschulungsmaßnahmen für bestimmte Unternehmen, die diese Mittel im Rahmen von Sozialplänen erhalten sollen, führen zu Verzerrungen.
Auch in der Druckindustrie ist mit Facharbeitermangel in einigen Berufsbildern zu rechnen. Es ist fatal, durch das Publizieren staatlich finanzierter Umschulungsmaßnahmen jungen Menschen den Eindruck einer instabilen Branche zu vermitteln. Auch der Arbeitsmarkt reguliert sich in dem Sinne, dass Menschen sich zukunftsträchtige Berufsbilder aussuchen werden.

Es gibt intensive Bemühungen vieler mittelständischer Druckunternehmen, die Strukturveränderungen durch unternehmerisches Geschick zu bewältigen. Subventionierungen und zentrale Steuerung von Großunternehmen würden diese in eine bessere Lage im Wettbewerb bringen und dem fairen Wettbewerb schaden.

Die Unternehmer der EWA möchten wissen, welche Unternehmensorganisation mit welcher Legitimation in diesem Ausschuss mitwirkt.

Sie lehnt die Zielsetzung des vorliegenden Papiers ab.

Neben den Verzerrungen und Eingriffen in die marktwirtschaftliche Freiheit der Druckunternehmer wird die gesamtwirtschaftliche Gefahr gesehen, dass durch immer mehr Staat und EU-Bürokratie das Erfolgsmodell Marktwirtschaft unterlaufen wird.

Güster, den 31. August 2010

Michael Dömer, Sprecher und Initiator der EWA

Print bleibt in der Werbung „eindeutig dominant“

Ende April trafen sich die Geschäftsführer, Inhaber und Vorstände der Rollenoffsetunternehmer wieder zur Frühjahrskonferenz der European Web Association (EWA) in Hamburg. Themen waren die Marktentwicklung, Kapazitätserwartungen und Prognosen für die nächsten fünf Jahre im Rollenoffset und Tiefdruck. Print & Produktion 5-6/2010

Auch die 36. Konferenz zeigte das hohe persönliche Engagement der Unternehmer, die ca. 70% der Branche repräsentierten. Über 90% der Mitglieder waren angemeldet. Auch das totale Flugverbot konnte die Mehrzahl nicht abhalten, kurzfristig auf Auto und Bahn umzusteigen, um nach Hamburg zu kommen.

In seiner Eröffnungsrede betonte Unternehmensberater Michael Dömer die Notwendigkeit, sich auf Strukturveränderungen der Branche proaktiv einzustellen. Er warnte jedoch davor, mit interessengeleiteten Panikstudien die Branche kaputt reden. Jüngste Veröffentlichungen seien Meinungen, die nicht mit seriösen Daten hinterlegt seien. Ebenso müsse die zweifellos gute PR-Arbeit der E-Medien relativiert und mit mehr Print-Präsens begegnet werden.

Dömer erläuterte die Ergebnisse eines Dossiers des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft ZAW, das für 2010 zwar von sinkenden Werbeeinnahmen ausgeht, aber Print auch in Zukunft mit über 70% als „eindeutig dominant“ beschreibt. In dieser Studie werden auch die deutschen Berichte über Tendenzen in der Zeitungsbranche in den USA als „zum Teil sehr oberflächlich“ bezeichnet, was zu verzerrten Schlussfolgerungen führe. „Es ist genügend Zeit für eine kluge Strategieanpassung“, so Dömer. „Wir brauchen aber mehr Selbstbewusstsein und zukunftsweisende Projekte statt Opferstories und Klamauk falscher Propheten“.


Mehr oder weniger Umsatz nach der Krise?

In weiteren Vorträgen und diversen Analysen verschiedener Quellen – so auch eigene Statistiken aus den Unternehmen – wir auch deutlich, dass der Aufbau von Kapazitäten im Gegensatz zur Marktentwicklung der letzen Jahre steht. In ihren Vorträgen konnten Mike Medweth, OZ Druck Rheinfelden, Jörn Kalbhenn, B+K, Ottersweier und Axel Hentrei, Mohn Media, aus ihren jeweiligen Marktstrukturen äußerst interessante Impulse für die spätere Plenumsdiskussion geben. Wie schwierig es derzeit ist, eine klare Marktprognose zu geben, zeigt das Stimmungsbild: Je ein Drittel der Meinungen verteilten sich auf weniger, gleichbleibend oder mehr zu erwartende Umsätze für den Rotationsdruck nach der Konjunkturkrise.

Einig ist man sich jedoch darin: Das Leistungsportfolio muss sich für die Branche deutlich erweitern. Mehr Dienstleistungen und Print-Management als Ganzes werden die Zukunft bestimmen. Diese Leistung unterscheidet sich allerdings deutlich von Brokern oder den klassischen Drucksachenmaklern, die lediglich von Preistreiberei profitieren und keine Zukunft haben. Das qualitative „Add on“ verhindere einen weiteren Preisverfall, der zudem nicht mehr verkraftbar sei.


Gegen EU-Subventionen

Eine mit einstimmigen Votum klare Absage richtet die EWA-Konferenz gegen ein Papier der CCMI, einem Organ der EU Kommission, das eine Beschlussfassung für die EU zur Regulierung und Subventionierung der Großunternehmen in der Europäischen Druckindustrie zum Ziel hat. „Staatliche Steuerung und Subventionierung können nicht die Lösung im Strukturwandel sein“, so die Kernaussage der EWA-Stellungnahme an die Kommission. Die EWA-Konferenz richtet ihre Kritik seit Jahren schon gegen Wettbewerbsverzerrungen, die durch staatliche Finanzierung von maroden Unternehmen erfolgt. Auch wenn sich vereinzelt Großbetriebe für Subventionierungen der EU stark machen, um ihre Probleme zu lösen, so bleibe dies ein Verstoß gegen den Markt. „Da hilft es auch nichts, wenn diese Gelder unter dem Begriff „Umschulungsmaßnahmen“ versteckt werden“, so die Meinung eines Unternehmers.

Die regulierende Bürokratie der EU habe der Werbewirtschaft ohnehin schon viel Schaden zugefügt. Dieses Votum wir die EWA auch in das Board-Meeting der Tiefdruckorganisation ERA einbringen, das sich in Kürze mit diesem Thema beschäftigen wird, da die EU-Initiative ursprünglich von einem Tiefdrucker ausgelöst wurde. Eine Arbeitsgruppe der EWA will außerdem die zum Teil falschen Prämissen des Papiers korrigieren und der Kommission schicken.


Offen für Tiefdrucker

Im Übrigen befürwortet die 36. EWA-Konferenz ein engeres Miteinander mit dem Tiefdruck. Die Schnittmenge werde größer und man sollte besser vom Rotationsdruck reden. Der Erfahrungsaustausch, Marktanalysen und auch eine Vertretung gegenüber Politik, Lieferindustrie und Öffentlichkeit müsse übergreifender erfolgen. Die EWA wirbt entsprechend um eine gute Zusammenarbeit mit der ERA und ist für weitere Interessenten aus dem Tiefdruck offen.

Antwort von M. Dömer zu: „Auf ein Wort...“ von John Caris

Antwort von Michael Dömer, Unternehmensberater
Zu: „Auf ein Wort...“ von John Caris
Druck & Medien Juli 2010

In seinem Beitrag „Auf ein Wort“ in der Ausgabe Druck & Medien Juni 2010 fordert der CEO des holländischen Tiefdruck- und Rollenoffsetunternehmens John Caris: „die europäische Union kann den Prozess (der Kapazitätsreduzierung) unter Umständen abfedern.“ Weiter sagt er: „ Eine weitere wichtige Rolle der EU könnte sein, sicherzustellen, dass Kapazitäten tatsächlich vom Markt genommen werden.“

Die EWA (European Web Association) Konferenz hat sich in ihrer letzten Gipfelkonferenz einstimmig gegen Subventionen und Einmischung der EU-Kommission in die Marktsteuerung der Druckindustrie ausgesprochen. Diese Grundsatzentscheidung für Markt und gegen staatliche Steuerung und Regulierung wird ergänzt durch die Warnung davor, dass die geforderte Subventionierung von Umschulungsmaßnahmen für internationale Großbetriebe zu Lasten des Mittelstandes gehen würde. Damit erklärt sich eine wesentliche Gruppe von Unternehmern – in der Rollenoffsetorganisation EWA sind immerhin ca. 3,3 Mrd. € Umsatzvolumen, die von fast 15.000 Mitarbeitern erwirtschaftet werden – vertreten.

Ich kann verstehen, dass John Caris für die schwierige Situation seines Konzerns durch die Unterstützung der EU Erleichterungen bei Sozialplänen begrüßt und ich möchte auch ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Kritik sich nicht an die Adresse derjenigen wendet, die legal ihre Möglichkeiten ausschöpfen. Doch sowohl finanzielle Begünstigungen als auch Investitionssteuerungen durch den Staat zerstören den Markt.

Wir legen seit geraumer Zeit die Axt an das System, das uns Wohlstand und unternehmerische Freiheit gebracht hat. Wir hätten einen großen Teil der Überkapazitäten bereits abgebaut oder vielleicht erst gar nicht aufgebaut, wenn man die Entwicklung dem Markt überlassen hätte statt der Politik. Es kann doch nicht ernsthaft sein, dass man Unsummen von Steuergeldern in den Aufbau von Maschinenkapazitäten investiert, um sie aus einem anderen Topf mit Steuergeldern wieder abzubauen? Wie krank ist es denn, wenn Unternehmen in der Druckindustrie, die nicht zuletzt wegen Managementfehlern in die Insolvenz gegangen sind, wieder mit Subventionen aufgepäppelt werden? Die Marktbereinigung wird durch Subventionierungen und das Insolvenzrecht vom Staat verhindert – das ist das Problem.

Roto Smeets wie auch andere Unternehmen haben bereits öffentliche Mittel erhalten und gehen mit diesem Geld in den verschärften Wettbewerb zu Unternehmen, die diese Subventionen erst möglich machen, weil sie durch eine erfolgreiche Unternehmensführung Steuern zahlen.


Kürzlich sagte mir der CEO eines großen Druckkonzerns, man müsse aufpassen, dass sein Wettbewerb nicht in die Insolvenz gehe, Der Schaden wäre größer, als wenn er weiterkämpfe. Wer pleite macht, der kommt nicht selten wie Phönix aus der Asche zurück in den Markt - entschuldet und mit besseren Startbedingungen durch das Insolvenzrecht und gefördert durch den Staat und die EU. Der erfolgreiche ist der Dumme. Vergleichbar wäre es, wenn die unterlegene Fußballmannschaft vom Schiedsrichter 2 Tore Vorsprung vor der führenden Mannschaft gutgeschrieben bekäme. Diese Tore hatte man vorher der erfolgreichen Mannschaft abgezogen.

Übrigens: die EU Bürokraten haben unsinnig mit ihren Schutzgesetzen bereits einigen Schaden in der Werbewirtschaft angerichtet. Werbeverbote reduzieren das Print Volumen.

Konsequenz: lassen wir auch in der Druckindustrie die Gesetze des Marktes zu. Die Forderung nach Geldern zu Umschulungszwecken an Großbetriebe ist eine verdeckte Subvention. Gerade angesichts leerer Staatskassen sollte die Forderung von Unternehmen nach öffentlichen Geldern nicht gestellt werden.

Absage an Panikstudien und klares Votum gegen Vorlage der EU

DRUCKMARKT impressions 18 vom 03. Mai 2010

Bericht zur Absage an Panikstudien und zum klaren Votum gegen Vorlage der EU-Kommission der Rollenoffset-Konferenz der European Web Association (EWA) vom 18. und 19. März 2010 in Hamburg.

Zur Frühjahrskonferenz der European Web Association (EWA) trafen sich Geschäftsführer, Inhaber und Vorstände der in der EWA organisierten Rollenoffsetbetriebe am 18. und 19. März in Hamburg. Die EWA ist die größte privatwirtschaftliche Organisation des Rollenoffsets im deutschsprachigen Raum und wurde 1998 von Unternehmensberater Michael Dömer gegründet. Die in der EWA vertretenen Unternehmen repräsentieren ein Umsatzvolumen von über 3,5 Mrd. € und rund 2/3 der deutschen Maschinenkapazität. Fast 15.000 Menschen arbeiten in den Unternehmen der EWA.


Interessengeleitete Panikstudien

Der EWA Initiator Michael Dömer appellierte in seiner Eröffnungsrede an die Unternehmer, sich auf die Strukturveränderungen der Branche proaktiv einzustellen, warnte jedoch vor interessengeleiteten Panikstudien, die die Branche kaputt reden. Jüngste Veröffentlichungen seien nicht mit seriösen Daten hinterlegt. Ebenso müsse die PR-Arbeit der e-Medien relativiert werden und mit mehr Print-Präsens begegnet werden. Dömer erläuterte die Ergebnisse eines Dossiers des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft ZAW, das für 2010 zwar von sinkenden Werbeeinnahmen ausgeht, Print aber auch in Zukunft mit über 70% als eindeutig dominant sieht. In dieser Studie werden auch die Berichte über Tendenzen in der Zeitungsbranche in den USA als „zum Teil sehr oberflächlich“ bezeichnet, was zu verzerrten Schlussfolgerungen führe. „Es ist genügend Zeit für eine kluge Strategieanpassung“, so Dömer. „Wir brauchen aber mehr Selbstbewusstsein und zukunftsweisende Projekte statt Opferstories und Klamauk falscher Propheten“.
In weiteren Analysen und eigenen Statistiken aus den EWA-Unternehmen wird zudem deutlich, dass der Aufbau von Kapazitäten im Gegensatz zur Marktentwicklung der letzen Jahre steht.
Wie schwierig es ist, eine klare Marktprognose zu geben, zeigt das Stimmungsbild: Je ein Drittel der Meinung verteilt sich auf weniger, gleichbleibend oder mehr zu erwartende Umsätze für den Rotationsdruck nach der Krise.
Einig ist man sich jedoch darin: Das Leistungsportfolio muss sich deutlich erweitern. Mehr Dienstleistungen und Print-Management als Ganzes werden die Zukunft bestimmen. Diese Leistung unterscheidet sich allerdings deutlich von Brokern oder Drucksachenmaklern, die lediglich von Preistreiberei profitieren. Qualitatives „Add on“ verhindere einen weiteren Preisverfall, der nicht mehr verkraftbar sei.


Keine EU-Subventionen gewünscht

Eine klare Absage richtet die EWA-Konferenz gegen ein Papier der CCMI, einem Organ der EU Kommission, das eine Regulierung und Subventionierung der Großunternehmen in der Europäischen Druckindustrie zum Ziel hat. „Staatliche Steuerung und Subventionierung können nicht die Lösung im Strukturwandel sein“, so die Aussage der EWA-Stellungnahme an die Kommission. Die EWA richtet ihre Kritik seit Jahren schon gegen Wettbewerbsverzerrungen, die durch staatliche Finanzierung von maroden Unternehmen erfolgt. Auch wenn sich vereinzelt Großbetriebe für Subventionierungen der EU stark machen, um ihre Probleme zu lösen, bleibe das ein Verstoß gegen den Markt. Da helfe es auch nicht, wenn diese Gelder unter dem Begriff Umschulungsmaßnahmen versteckt würden. Die regulierende Bürokratie der EU habe der Werbewirtschaft ohnehin schon viel Schaden zugefügt. Dieses Votum wir die EWA auch in das Meeting der Tiefdruckorganisation ERA einbringen, das sich in Kürze mit diesem Thema beschäftigen wird. Eine Arbeitsgruppe der EWA wird zudem die zum Teil falschen Prämissen des Papiers korrigieren und der Kommission schicken.
Im Übrigen befürwortet die 36. EWA-Konferenz ein engeres Miteinander mit dem Tiefdruck, da die Schnittmenge größer werde und man besser vom Rotationsdruck sprechen sollte. Der Erfahrungsaustausch, Marktanalysen und eine Vertretung gegenüber der Politik, Lieferindustrie und Öffentlichkeit müsse übergreifender erfolgen. Die EWA wirbt entsprechend um eine gute Zusammenarbeit mit der ERA und ist für weitere Interessenten aus dem Tiefdruck offen.

Versandhandelskongress in Wiesbaden

Oktober 2009

Der Katalog ist nicht tot – es lebe der Katalog
von Michael Dömer, Unternehmensberatung

Vom 29. September bis 01. Oktober 2009 fand der Versandhandelskongress in Wiesbaden statt. Michael Dömer, Unternehmensberater der Druck- und Medienbranche nahm daran teil und berichtet über seine Eindrücke und die Konsequenzen für Print.

Der „Deutsche Versandhandelskongress 2009“ stand unter der Überschrift:

„Online führt! Der Versandhandel von morgen: Zerreißprobe zwischen Katalog und neuen Medien?“

Vorab gesagt: Es war ein spannender Kongress auch für die Print-Branche in einer von Unsicherheiten geprägten Zeit. Nicht nur konjunkturell sondern in erster Linie strukturell.

Seit einiger Zeit läutete so manch einer allzu gern das Totenglöckchen für Print, in diesem Fall für den gedruckten Katalog. Totgesagte leben länger.

Dieser Versandhandelskongress bestätigt mich allerdings – trotz des für die Printindustrie provozierenden Titels – in meiner Einschätzung: Der Printkatalog hat Zukunft und entwickelt sich zu einem interessanten Marktbereich für zukunftsorientierte Druckunternehmer.

Voraussetzungen für die Printindustrie: Erweiterung und Optimierung von Portfolio und Prozess, Änderung der Vertriebsqualifikation! Kreativität in der Veränderung der Produktgestaltung.

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Ich halte nichts davon, im Wald zu pfeifen und sich die Welt schön zu reden, wie das bei Printveranstaltungen gern gemacht wird.

Es ist aber auch weder sinnvoll, sich als Opfer externer und nicht beeinflussbarer Entwicklungen zu sehen, noch durch Verdoppelung der Anstrengungen von bisherigen Leistungen seine Rettung zu versuchen. Beides ist leider – insbesondere im industriellen Bereich – mehr an der Tagesordnung als neue Wege zu gehen.

Die absurde Kapazitätsausweitung im Rotationsbereich, ohne grundlegende Veränderung und Erweitung des Angebotsspektrums, führt zum Aus. Die systemgefährdende und törichte Subventionspolitik gescheiterter me too Modelle durch die öffentlichen Haushalte zementiert dies und sei nur am Rande erwähnt. Nicht mehr Papier pro Umdrehung sondern mehr Dienstleistung und mehr Intelligenz im Vertrieb heißt die Lösung. Der Katalog bietet dazu gute Perspektiven.

Der Versandhandelskongress in Wiesbaden veranschaulichte nicht nur eindrucksvoll, wie schnell sich ein Medium entwickelt, wenn die Schubkraft der Begeisterung dahinter steht.

Der Kongress bot so viel Gelegenheit für die Unternehmer und Führungskräfte aus Versandhandel, Einzelhandel und Druckindustrie Impulse für erfolgversprechende Geschäftsmodelle zu entwickeln, dass es die „echten“ Unternehmer eigentlich nicht lange auf den Stühlen halten dürfte.

Im Katalogsegment liegt dann eine Zukunft, wenn man sich für die neuen Herausforderungen im Multichannel-Bereich entsprechend auch neu positioniert. Das gilt übrigens nicht nur für das einzelne Unternehmen. Die gesamte Branche hätte die Chance, sich als offensiver Begleiter zu präsentieren – modern und innovativ, kreativ.

Die Printindustrie aber war in Wiesbaden insgesamt schlecht repräsentiert. Es fehlt der Branche an Lobby, die Zukunft repräsentiert.

Der Wiesbadener Kongress stand komplett unter dem E-Commerce-Thema „Online führt“! Eigentlich fand in den vielen Vorträgen und Workshops das klassische Medium Katalog überhaupt nicht statt. Allein der Titel muss eine Provokation für Print sein.

Die meisten Referenten aus dem Bereich E-Commerce zeigten begeistert Zukunftszuversicht für die Idee und ihr Medium. Zu recht!

Die meisten klassischen Versandhändler sind im E-Commerce-Zeitalter längst angekommen. Die Bestellungen über das Internet haben den klassischen Vertriebsweg überrundet. Doch wenn man in den Vorträgen und Workshops aufmerksam zugehört hat, fielen sehr entscheidende Sätze: für den gedruckten Katalog.

Natürlich: Der Print-Katalog ist nun eines von mehreren Medien, er ist nicht mehr das Geschäftsmodell wie früher. Das Geschäftsmodell heißt Online und wächst rasant weiter. Dies nicht nur im klassischen Versandhandel.

Der stationäre Handel – allen vorweg große Einzelhandelsunternehmen – nutzen das Internet, müssen es nutzen! Alle Erfahrung aber zeigt, dass das Printmedium einen wesentlichen Anteil am Erfolg des digitalen Mediums hat, ja die Basis des Erfolges ist.

Ergo: Auch der Einzelhandel entdeckt den Katalog als Medium, um Anstöße für das Internet zu geben. Eine neue Zielgruppe, der aber Erfahrung und Qualifikation in Print und Kataloggestaltung fehlt.

Diese Erkenntnis aus dem Versandhandelskongress muss geradezu Begeisterung und Aktivitäten für die Printindustrie auslösen, für neue Kundengruppen entsprechende Leistungen anzubieten.

Diese Leistungen sind aber nicht in erster Linie das Drucken der Kataloge!

Im Distanz– wie im stationären Handel liegt ein erhebliches Potenzial für die Branche, komplexe neue Lösungen anzubieten. Dazu ist vernetztes Wissen nötig! Vom Einkauf über Sortimentsplanung, Kreationen, Agenturleistung über die Mehrfachnutzung von Daten, Internetanwendungen bis zu Logistikthemen reicht die Palette. Der Händler sollte sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren können und die Mediennutzung den Experten überlassen. Die aber müssen nun mehr vom Geschäft ihrer Kunden verstehen! Oder noch besser: Die Motive der Kunden ihrer Kunden erforschen.

Der klassische „Nur-Drucker“ ist dafür ebenso uninteressant wie die Heerscharen minderqualifizierter Außendienstmitarbeiter. Neue Firmen, Konstellationen und Netzwerke entstehen – wie z. B. die auf Versandhandel spezialisierte Agentur Addition aus Hamburg, die eine gemeinsame Firma mit dem PrePress-Spezialisten Laudert unter dem Namen „PlusProduktion“ gegründet hat und nicht nur Multichannelumsetzungen anbietet sondern das Leistungsangebot bis zur Vernetzung mit Einkauf und Beschaffung ausbaut und dieses neue Konzept auf dem Kongress präsentierte. Selbst die große Otto Group fragt diese Leistung bereits nach.

Die Gestaltung des Katalogs wird sich ebenso ändern wie die Nutzung. So war die Begrenzung des Platzangebotes in Print ein Problem, die wirtschaftliche Nutzung pro Seite steht der Gestaltung zur Erreichung von Emotionalität häufig gegenüber. Das Internet bietet Platz ohne Ende – nur kann der Katalog die Emotionalität mehr betonen und zur Info über Preise und Produkte auf das Internet verweisen.

Wie das am Besten geht und welche Produktideen zur Umsetzung möglich sind – das sollte im „Katalog – Kompetenzzentrum“ der Druck- und Medienbranche liegen – ggf. in neuen Netzwerkunternehmen ähnlich „PlusProduktion“. Das alte Thema: Bereitstellung von Software und Datenbanken reicht nicht und ist bereits überholt.

Die Mehrzahl der Anbieter in digitalen Medien beherrscht sein Spezialgebiet. Das Wissen um die Kunden und deren Produkte aber fehlt zumeist. Hier liegen die Chancen für eine neue Dienstleistungsgeneration aus Print und mehr.

Der auf dem Versandhandelskongress für sein Lebenswerk geehrte Gesellschafter von Klingel Pforzheim, Herr Kohm, sagte - keinesfalls nur nostalgisch - alle Untersuchungen hätten bestätigt, dass bei einer Reduzierung der Katalogauflage die Verkaufszahlen im Internet auch rückläufig waren. In anderen Referentenvorträgen ähnliche Aussagen.

Der Chef von Peter Hahn, Roland Allgeyer: „Alle Vertriebswege wachsen gegen den klassischen Versandhandel, insbesondere der Einzelhandel“. Diese Aussage meint, dass dadurch, dass der stationäre Handel sich des Mediums Katalog und Internet bedient, zum Wettbewerber des Versandhandels wird.

Die ersten Begründungen in den Medien über die kürzliche Quelle-Insolvenz waren haarsträubender Blödsinn: Quelle habe auf den Katalog gesetzt, statt auf E-Commerce. Die Wahrheit ist: Quelle steht auf Platz 2 der E-Commerce-Umsätze. Insider wissen, dass die Quelle-Pleite andere Gründe hatte – es war nicht der Katalog!

Nochmals: Hier liegen Chancen. Die Chancen sind jedoch nur dann gegeben, wenn der Dienstleister, der bisher „nur“ Drucker war, neue Geschäftsmodelle und Prozesse anbietet. Er ist mehr denn je Berater für Kunden, die in diesen Bereich gehen. Er muss sich vernetzen, nicht nur mit PrePress und dem Thema Datenhandling sondern insbesondere auch mit dem kreativen Bereich, der Logistik – ja, vielleicht sogar Einkauf und Sortimentsplanung. Geschwindigkeit, also die Optimierung und Verkürzung von Prozessen in der Katalogherstellung ist ein weiterer wesentlicher Bestandteil.

Ich persönlich bin überzeugt, dass auch große Handelsunternehmen in bestimmten Segmenten in Zukunft stärker auf Richtung Katalog und Qualifikation setzen werden, zulasten der klassischen Beilage. Der Vortrag von André Kiefermann, GF Plus Online GmbH: „Multichannel ist weit mehr als Online Werbung“ zeigte deutlich, auf welchem Weg ein großer Discounter hier ist. Für viele im bisherigen Wachstumsmarkt Beilage noch eine absurde oder provozierende Aussage. Warten wir es ab.

Was tut die Druckindustrie mit dieser Chance?

Die Vorträge und Symposien auf dem Versandhandelskongress waren außerordentlich gut besucht. Von Unternehmern und Führungskräften des Versandhandels und den Pionieren aus dem E-Commerce. Nur Druckunternehmer, Verkaufsleiter und „Entwickler“ der Druckindustrie waren so gut wie gar nicht zu sehen. Zumindest nicht auf dem eigentlichen Kongress. Sie standen in den Hallen an ihren Ständen und pflegten die guten alten Beziehungen.

Dabei waren die Vorträge zum großen Teil exzellent und zukunftsweisend. Während die Zukunftsmacher in den Foren über intelligente Medienformen der Zukunft nachdachten, beklagten die Drucker an ihren Ständen den Preisverfall. Warum sind die Dinosaurier ausgestorben?

Damit wir nicht aneinander vorbeireden: Der aktuelle Zustand in der Print-Branche ist schwer erträglich. Exzellente Leistung wird nur über den Preis angeboten. Zu lange ist das Selbstbewusstsein verloren gegangen, auf Augenhöhe Partner zu sein. Hier liegt nun eine von vielen guten Gelegenheiten – doch wird sie gesehen und genutzt?

In der Politik wird in unserem Lande von allen Parteien gefordert, dass man wirtschaftliche Schwierigkeiten nur dann nachhaltig überwinden kann, wenn man in Bildung investiert. Ich denke ähnliches gilt für die Druckindustrie. Es geht natürlich auch um das Beherrschen von Technik. Wichtige „Bildung“ aber ist die Beschäftigung mit den Märkten und insbesondere mit den Märkten der Kunden. Das ist übrigens viel mehr als die vielzitierte Phrase, dass der Kunde im Mittelpunkt steht. Es geht um Geschäftsmodelle!

Wenn man Außendienstler fragt, was sie von den Märkten ihrer Kunden wissen, schaut man oft in fragende Gesichter oder hört Pauschalaussagen. Auch hier gilt, was der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Otto Versandes, Dr. Hillebrand, in seinem Vortrag auch für den Versandhandels anmahnte: „Wir müssen lernen, unsere Kunden besser zu verstehen“. Ich habe Außendienstler an ihren Verkaufsständen getroffen, nicht aber bei den Referaten zu Marktveränderungen.

Wenn Hillebrand davon spricht, „dass wir neue Prozesse mit Hochgeschwindigkeit brauchen“, dann hat das unmittelbar auch Auswirkungen auf das Medium und damit auch auf die Herstellung von Katalogen. Hier wie da müssen die Geschäftsmodelle dynamisiert werden, Prozessoptimierung ist die Grundvoraussetzung, um bestehen zu können. Beim Versandhandel, beim Distanzhandel, dem stationären Handel und auch deren Lieferanten.

Dr. Hillebrand rät seinen Kollegen, die „Erfahrungsgefängnisse zu verlassen“, weil „wer vom Weg nicht abkommt, wird auf der Strecke bleiben“. Das trifft für jeden zu, auch und gerade auf den klassischen Druckunternehmer.

Insgesamt bot also der Versandhandelskongress für den aufmerksamen Zuhörer ein Feuerwerk an Herausforderungen.

Der Titel: „Online führt“ – Die Zerreißprobe zwischen Katalog und neuen Medien“ sollte sich als falsch erweisen! Mulitchannel heißt eben „multi“ und nicht „mono“.

Mehr intelligente Präsenz von Print wird die Voraussetzung sein, dass nicht andere die neue Rolle übernehmen.

Für mich ist der Besuch des Versandhandelskongresses ein „Must“, auch wenn es organisatorisch sicher noch einige Entwicklungspotenziale gibt. Die Anzahl an parallel laufenden Referaten, Workshops und Symposien war erschlagend, zumal, wenn die Zeiten und Abläufe etwas durcheinander kamen. Vielleicht ist für die Zukunft weniger mehr.

Außerdem: Man trifft viele interessante Menschen aus unterschiedlichsten Bereichen und Branchen, eine Voraussetzung, um im Multichannel-Prozess dabei zu sein und sich zu bilden.

EWA - Protest gegen Subventionen an die Politik

Juli 2009

In der 34. EWA-Konferenz beschlossen die in der EWA vertretenen Unternehmer einstimmig ihren Protest gegen die Subventionen von Unternehmen, die aufgrund ihrer schlechten Ertrags- und Liquiditätslage in der Krise sind, bzw. bereits Insolvenz anmelden mussten.

Bereits in jüngster Vergangenheit gab es in speziellen Fällen Schreiben von Unternehmern an Abgeordnete und Landesregierungen sowie Artikel und Leserbriefe in Zeitungen, gegen bestimmte Formen von Subventionen.

Ein neues, besonders markantes Beispiel von Subventionen nach Insolvenz stellt die Frage, ob hierdurch nicht massive Wettbewerbsverzerrungen entstehen. Im Namen der EWA-Unternehmer führte Unternehmensberater Michael Dömer auch Gespräche mit dem Wirtschaftsminister von Niedersachsen, Dr. Rösler.

Michael Dömer betont, dass es sich in allen Fällen der kritischen Auseinandersetzung nicht darum handelt, dem einzelnen Subventionsempfänger und Unternehmer zu schaden oder dessen Annahme von Subventionen kritisch zu betrachten, sondern es geht um die Grundsatzfrage eines marktwirtschaftlichen Systems. Auch wenn Subventionen ordnungspolitisch insgesamt diskussionswürdig sind, so ist hier in erster Linie die Art der Subvention gemeint, die dann gewährt wird, wenn unter sonst gleichen Bedingungen ein Unternehmen im Rahmen seiner Wettbewerbsbemühungen aus dem Markt ausscheidet.

Michael Dömer:

„Es ist völlig absurd, wenn eine Branche, die aufgrund erheblicher Überkapazitäten unter Konsolidierungsdruck steht, öffentliche Mittel erhält, die jegliches marktwirtschaftliche Prinzip ausschaltet.

Diese Form der staatlichen Steuerung und Regulierung ist ordnungspolitisch niemals gewollt gewesen und führt letztendlich zu einer Vergesellschaftung von Verlusten. Die Konsequenz bedeutet, dass unter Gleichbehandlungsgrundsätzen jedes Unternehmen mit öffentlichen Mitteln aus der Insolvenz gerettet werden müsste, was wiederum dazu führt, dass am Ende des Prozesses keiner mehr Geld verdienen kann.

Das subventionierte und aus der Insolvenz gerettete Unternehmen hat ungleich bessere Startbedingungen und wird diese, aller Erfahrung nach, in seiner Preispolitik im Wettbewerb nutzen.

Unternehmer und Unternehmen, die erfolgreich gewirtschaftet haben, stehen dann als Bestrafung für ihre Leistungen im massiven Nachteil und Wettbewerb zu diesen Unternehmen. Leistung macht dann keinen Sinn mehr.

Die Verwendung von Steuergeldern kann nicht sinnvoll sein, da hier keine Arbeitsplätze insgesamt gerettet werden sondern nur an einzelnen Standorten, was zum Arbeitsplatzverlust an anderen Standorten führen muss.

Das Umsatzvolumen im Druck wird durch eine solche Subvention nicht erhöht, somit auch keine Beschäftigung in der Branche.

Selbst das Insolvenzrecht, das – sozialpolitisch zunächst verständlich – die Fortführung der Unternehmen in den Fokus rückt, ist letztlich kontraproduktiv in Phasen und Branchen, die sich konsolidieren müssen. Wer argumentiert, dass die Summe der Subventionen und Bürgschaften günstiger sei, als die soziale Belastung der öffentlichen Kassen bei einer Insolvenz, denkt nur „um den Kirchturm herum“.

In der 35. EWA-Konferenz im November 2009 wird sich die EWA erneut mit dieser Thematik beschäftigen, besonders auch unter dem Aspekt der Möglichkeiten, nach dem Regierungswechsel auf diese Thematik aufmerksam zu machen.

Deutlicher Einbruch zu erwarten

Unternehmen reagieren mit Kurzarbeit

Auf ihrer Gipfelkonferenz am 30. März 2009 erörterten die Unternehmer und Geschäftsführer sowie Vorstände der Rollenoffsetunternehmen in der EWA (European Web Association) die Marktentwicklungen im Krisenjahr 2009. Während die Gesamtauslastung im Jahr 2008 noch zufriedenstellend war, so sind bereits in den ersten Monaten 2009 in der Produktion als auch insbesondere im Auftragseingang deutliche Rückgänge zu spüren.

Während in den Beilagen die Rückgänge sich eher noch moderat zeigen, sind die Einbrüche bei Zeitschriften und Katalogen drastischer. Als trügerisch erwiesen sich nach Meinung des Branchenberaters Michael Dömer die gern geforderte „Nischenlösung“. In einigen Spezialsegmenten und Veredelungsbereichen ist die Krise besonders heftig angekommen. Eine Umfrage von Michael Dömer bei 40 Unternehmen ergab, dass über 50% die Kurzarbeit beschlossen haben und 42% dieses Instrumentarium derzeit intensiv prüfen bzw. vorbereiten.

In seinem Vortrag auf der EWA- Konferenz empfahl Michael Dömer den Unternehmern dringend, die Möglichkeit der Kurzarbeit gezielt einzusetzen statt das Unternehmen durch eine betriebswirtschaftlich waghalsige Preispolitik auszulasten und damit zu gefährden. Aufgrund des massiven Preisdrucks in den letzten Jahren bei einer durchweg befriedigenden Kapazitätsauslastung seien bereits alle Spielräume ausgeschöpft. Ein Zeichen dafür seien die jüngsten Insolvenzen bei vollen Auftragsbüchern einiger Unternehmen sowie die unbefriedigende Ertragssituation, mit der viele Unternehmen in das Krisenjahr gingen. Erstmals zeigen sich aufgrund der konjunkturellen Entwicklungen in 2009 Auslastungsrückgänge, denen jedoch nicht mit dem Instrument niedriger Preise begegnet werden könne. Es bliebe daher nur die Kapazitätsreduzierung, so Michael Dömer. Forderungen mancher Printbuyer zeigten, dass die allgemeine Lage der Branche offensichtlich nicht genügend erkannt wird.

Bestätigung fanden diese Forderungen in den Aussagen der externen Gesprächspartner auf der 33. EWA-Konferenz. Der Deutschlandchef der zweitgrößten Kreditversicherung Atradius, Herr Michael Timmermann, zeichnete ein düsteres Bild in beide Richtungen: zum einen sei davon auszugehen, dass immer weniger Kunden von Druckereien versichert würden. Zum anderen sei aber auch die Lage der Druckereien für die Kreditversicherer zunehmend problematisch. Heftige Kritik äußerten die Unternehmer am Verhalten der Kreditversicherer. Es sei eine Katastrophe, dass Kunden zunächst kreditversichert würden, um diese Versicherung dann im laufenden Produktionsprozess wieder gekündigt zu bekommen. Dies gebe keinerlei Verlässlichkeit. Sinn und Kosten für eine Zusammenarbeit mit Kreditversicherern sei mehr als in Frage zu stellen, so mehrere Unternehmer aus dem EWA-Kreis.

Jyrki Ovaska, Chef von UPM, brachte aus Helsinki keine guten Trends mit. Bereits in den ersten zwei Monaten des Jahres 2009 sei es zu einem eklatanten Rückgang der Papiernachfrage gekommen. Insbesondere der LWC-Bereich sei überproportional groß betroffen. Im Verlauf des Gespräches mit Jyrki Ovaska kam man überein, in Projektteams gemeinsame Lösungen für eine Optimierung der Geschäftsprozesse zu finden. Insbesondere im Bereich Lager und Logistik gäbe es Potentiale für eine „win-win-Situation“.

Mit Unverständnis reagierte die Konferenz auf die Tarifforderungen von Verdi. Angesichts der ungewöhnlich schwierigen Situation fordern die Unternehmer Gewerkschaft und den Verband auf, von ihren klassischen Ritualen abzusehen. Angesichts von Pleiten und Kurzarbeit sei es absurd, Lohnsteigerungen auch nur in Erwägung zu ziehen. Im Falle einer solchen Entwicklung würde sich der Flächentarifvertrag endgültig ins Aus manövrieren, so die Quintessenz der Diskussion.

Mit erneut sehr starker Beteiligung konnten die EWA-Unternehmer 3 weitere Kollegen aufnehmen, darunter auch den Geschäftsführer des spanischen „Printer Industria Gráfica“. Mit einem Umsatzvolumen von etwa 3,3 Mrd. Euro/Jahr ist die EWA, gegründet vor 11 Jahren von Unternehmensberater Michael Dömer, inzwischen die zentrale Interessenvertretung des Rollenoffsets, insbesondere im deutschsprachigen Raum.

(Michael Dömer)

„Forderung nach Konjunkturbonus absurd“

Güster, 20. Februar 2009

Die in der EWA (European Web Association) vertretenen Rollenoffset- und Tiefdrucker reagieren empört auf ein Schreiben, das in dieser Woche die Runde macht.

Darin fordert der Versandhändler Klingel unter dem Betreff „Konjunkturausgleich“ für die Jahre 2009 und 2010 auf alle getätigten Umsätze einen „Konjunkturausgleich, der im 2-stelligen Prozentbereich liegen sollte.“

Klingel erwartet von den angeschriebenen Lieferanten eine Entscheidung bis zum 2. März 2009.

Begründet wird diese „Bitte“ damit, dass sich Klingel entschlossen habe, „trotz Umsatzrückgängen die Auflage und Umfänge der Werbemittel nicht zu reduzieren“.

„Das ist der vorläufige Höhepunkt eines Erpressungsversuches im Printbusiness“, so ein Unternehmer.

Vor einigen Jahren bereits hatte der Quelle-Konzern vergeblich versucht, mit einer Rückvergütung auf getätigte Umsätze die weitere Auftragsvergabe von einer Bonuszahlung abhängig zu machen.

Der Gründer und Sprecher der Rollendruckorganisation EWA, Unternehmensberater Michael Dömer, sieht aufgrund seiner Kenntnisse der Ergebnissituation der Druckunternehmen keinerlei Spielraum auch nur für geringe Preiszugeständnisse, geschweige denn für Bonuszahlungen.

Durch einen ruinösen Preiskampf sei die Branche bereits in Schwierigkeiten gekommen, was durch eine erhebliche Anzahl von Insolvenzen belegt sei.

„Um die Lebens- und Leistungsfähigkeit der Drucker zu sichern sind Preiserhöhungen nötig. „Eine Fortsetzung des Preisdruckes wird aus Sicht von Michael Dömer zu weiteren Insolvenzen und einer Bedrohung des Mittelstandes und Vernichtung von Arbeitsplätzen führen.“

Dömer empfiehlt den Druckern dringend, Kapazitäten vorübergehend vom Markt zu nehmen statt sich auf eine Todesspirale einzulassen. „Ich gehe aber davon aus, dass es kein einziges Unternehmen gibt, das auch nur im Ansatz auf die Forderung von Klingel eingeht.“

Die EWA ist die einzige Interessenorganisation, die gezielt den Rollenoffset und Teile des Tiefdruckes repräsentiert. Sie wurde vor 11 Jahren durch den Branchenberater Michael Dömer gegründet. Das addierte Umsatzvolumen der EWA–Unternehmer beträgt etwa 3,3 Mrd. Euro/Jahr. Die EWA sieht sich als „think tank“ für die Zukunft der Branche. (Mehr zur EWA und den Teilnehmern unter www.ewa-print.de)

(Michael Dömer)

Rede Michael Dömer 03.02.2009 Wandsbeker Gespräche manroland

Auszüge/Zitate

„...Die aktuelle Wirtschaftskrise offenbart in erster Linie die Schwächen und Fehler der Unternehmensführung aus früheren Jahren. Wie bei der Grippe oder beim Norovirus haut es die besonders um – bis zur Lebensgefahr – deren Immunsystem geschwächt ist, weil sie vorher schon angeschlagen oder krank waren.

Die, die jetzt in die Knie gehen, haben natürlich eine tolle Entschuldigung: Die Finanzkrise!

Ich zitiere aus Brand 1 Heft 12/2008:

"Jetzt aber kann jedes Rationalisierungsprogramm unter Hinweis auf „die Krise“ abgewickelt werden, ohne dass jemand die Frage stellt, wie es so weit kommen konnte. Man kann fröhlich mehr Knete vom Staat fordern, Konjunkturprogramme, damit die Leute neue Autos kaufen. Jeder Versager wird noch auf Jahre hinaus behaupten können, dass nicht er es gewesen sei, der das Geschäft vermasselt hat, sondern die Krise. Das ist der Zauber des großen, kollektiven Pechs: Fehlentscheidungen aller Art gehen darin auf. Und es gibt noch Geld dafür. Auch deshalb sind solche „Rettungsprogramme“ falsch. Durch sie sinkt die Chance, dass sich etwas verändert, und Manager, die Masse mit Glück verwechseln, bleiben in ihrem Amt.“ Zitat Ende.


Michael Dömer

"...Unternehmen sind aus dem Markt ausgeschieden, weil sie nicht wettbewerbsfähig waren. So traurig das für das Einzelschicksal ist, so gut ist es für das System, für Wohlstand, Freiheit, weil es einen Anreiz gibt, besser zu sein. Wenn alle auf’s Siegertreppchen dürfen, strengt sich keiner mehr an.

Jetzt ist es Trend, nach den Steuergeldern der besseren Unternehmen zu rufen. Über die Steuer sollen die Besseren den Erfolglosen was abgeben, damit die genauso gestellt werden, als wären sie erfolgreich.

Sie kennen vielleicht meinen Wortwechsel mit Herrn Wirtschaftsminister Dr. Marnette aus Schleswig Holstein, dem ich Verschwendung von Steuergeldern vorwerfe und aus gleichem Grund eine Verletzung seiner Pflicht, das System Marktwirtschaft zu schützen.

Ein Unternehmen im Neumünster ist pleite – hat jahrelang Fehler gemacht, ist nicht marktfähig, obwohl es früher schon Subventionen bekommen hat. So bitter das klingt, so gesund ist es, dass in einem Markt es auch Pleiten gibt.

Ich halte diese Subventionen für einen Skandal und eine Bestrafung der Erfolgreichen..."


"...Wer in „normalen Zeiten“ sein Unternehmen einem stärkeren Mengenwachstum, höheren Kosten oder sonstigen Faktoren entsprechend rechzeitig angepasst hat, wird auch jetzt tun können. So wie es große Anstrengungen und große Freude gab, aufgrund von Wachstum neue Maschinen zu kaufen, Menschen einzustellen und Rücklagen aufzubauen, so gibt es nun wieder große Anstrengungen und statt Freude Entbehrungen, um Kurs zu halten. So ist das nun einmal.

Krisen sind normal.

Zyklen bestimmen! – Immer schon. Das ist doch nichts Neues. Wohl aber in der Dimension.

Es wurde seit einigen Jahren – auch durch den Staat – versucht, diese Zyklen abzuschaffen – durch künstliche Eingriffe – ein verheerender Irrtum, wie sich gezeigt hat und wie, nach meiner Meinung, sich aufgrund der jetzigen Politik noch schlimmer zeigen wird.

Gilt Homöopathie auch für die Wirtschaft? Wir werden sehen.

In der Natur hat man das auch versucht z.B. Begradigung von Flüssen – ebenfalls mit anschließenden Naturkatastrophen..."


"...Kurzfristige Preispolitik ist möglich, ja.

Doch mal ehrlich: Dieses Instrument haben doch die meisten Drucker längst vorher auch ohne Krise verspielt. Auslastung – koste es was es wolle – hieß doch die Devise. Wer jetzt die Preise nach unten treiben läßt, riskiert sein Leben!

Sie lesen immer wieder die munteren Sätze der Insolvenzverwalter, man sei sehr zuversichtlich, weil die Auslastung gut sei. Die wenigsten Unternehmen gehen wegen Auftragsmangel in die Krise, fast alle sind gut beschäftigt. Nur zu welchem Preis!


In guten Zeiten wurde ausgebaut, in schlechten muss notfalls, zumindest vorübergehend abgebaut werden:

- Es stehen diverse Arbeitszeitmodelle zur Verfügung, die meist wenig genutzt werden.
- Notfalls muss Kurzarbeit durchgeführt werden.
- Als ultima ratio auch Kapazitätsabbau und Entlassungen. Warum klappt das erst nach der Insolvenz oder durch Sanierer?

Das macht niemand gern, aber es ist ein Instrument um andere Arbeitsplätze zu erhalten. Ich stehe hier zunächst nicht als Arbeitsmarkt- oder Sozial-politiker. Das ist ein gesondertes Thema. Es geht um das Überleben Ihres Unternehmens..."



Krise - ja oder nein?

Deutscher Drucker - Neujahrsumfrage
SPANNENDE FRAGEN - INTERESSANTE ANTWORTEN.
In der traditionellen Neujahrsumfrage vom Deutschen Drucker haben dieses Jahr über 40 Persönlichkeiten individuelle Fragen zu zahlreichen Branchenaspekten beantwortet.
Lesen Sie hier den Beitrag von Herrn Michael Dömer, Unternehmensbetrater.

Mehr ertragsorientiert statt umsatzorientiert handeln!
2009 erwartet uns eine Konjunktur- und Strukturkrise, die eine auf dringliche Anpassung fokussierte Unternehmenspolitik erfordert. In der Krise geht es weniger um grundlegende Architektur als um schnelle Maßnahmen.
Ich sehe bei vielen das Risiko, zu hoffen und Signale zu ignorieren. Dabei wird vernachlässigt, dass jede Maßnahme erst nach einem Time Lag greift. Wer jetzt mit hoher Geschwindigkeit seine Kosten, Strukturen und auch Kapazitäten auf den Worst Case ausrichtet, erhöht seine Chancen deutlich. Geschäftsführung und Verkauf müssen zudem mehr ertragsorientiert statt umsatzgetrieben handeln.
Die Druckindustrie hat längst kein Problem mangelnder Kundenorientierung! Sie hat ein Problem mangelnder betriebswirtschaftlicher Orientierung. Bei nachlassender Nachfrage ist es lebensgefährlich, über eine noch niedrigere Preispolitik Auslastung zu schaffen. Die Branche hat durch eine törichte Preispolitik ohne Not in der Vergangenheit Spielräume aufgebraucht. Speck beim Eigenkapital fehlt vielen.
Unabdingbar für die Führung und die Kreditgeber ist jetzt ein operationalisierbarer Businessplan je Unternehmensbereich. Das alles ist einfacher als manche glauben machen und wird zu Erfolg auch im Krisenjahr führen.

„Krise wie noch nie -

wo sehen Sie die Chancen für den Druckereichef für das kommende Jahr?"

- fragte deshalb PRINTKOMPRESS in seiner traditionellen Weihnachtsumfrage namenhafte Unternehmensberater der Duckindustrie. Lesen Sie hier die Antwort von Herrn Michael Dömer, Unternehmensberater.

PRINTKOMPRESS 13. Dezember 2008

Die größten Chancen haben Chefs, die in den letzten Jahren aktiv ihr Unternehmen positioniert haben. Es geht 2009 um schnelle Anpassung. Das setzt voraus, dass die Situation und Perspektive des Unternehmens professionell analysiert und kurzfristig ein Businessplan erstellt und umgesetzt wird. Abwarten kann tödlich sein. Schnelle und ggf. vorübergehende Anpassung von Kosten und Strukturen steht vor Auslastung um „jeden Preis“. Wer seine Verkaufsorganisation von umsatzgetrieben in ertragsorientiert offensiv ändert, hat die größeren Chancen. Gut aufgestellte Unternehmen haben jetzt die Möglichkeit, zins- und preisgünstige Zukunftsinvestitionen, insbesondere in Automatisierung, zu verwirklichen. Für die Kreditgeber braucht der Druckereimanager ein überzeugendes detailliertes Konzept, weniger Vision mehr realistischer Pragmatismus!

Pressemitteilung Johler Subvention

EWA RICHTET SCHARFEN PROTEST AN DAS WIRTSCHAFTSMINISTERIUM SCHLESWIG HOLSTEIN UND WENDET SICH AN DIE FDP OPPOSITION IM LANDTAG: „MAßNAHME FÜHRT ZU ARBEITSPLATZVERNICHTUNG“

Mehr zu dieser aktuellen Pressemitteilung lesen Sie hier

Gewinnwarnung Druckindustrie! - Sofortmaßnahmen dringend nöt

Pressemitteilung Michael Dömer Unternehmensberatung - 20.06.2008
Im Rahmen einer aktuellen Blitzuntersuchung und Lagebeurteilung warnt Michael Dömer, führender Unternehmensberater der Druck- und Medienbranche, vor einer kritischen Entwicklung der Branche in den nächsten Monaten.

Mehr zu dieser aktuellen Pressemitteilung lesen Sie hier

EWA / ERA - Pressekonferenz am 04.06.08 auf der drupa Düssel

Am 04.06.08 trafen sich EWA und ERA (European Rotogravure Association) erstmals zu einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Mehr zu dieser Presseerklärung lesen Sie hier

Presseinformation - Gipfelgespräch Tiefdruck / Rollenoffset

In einem Spitzengespräch am 07.05.08 in Hamburg haben die Interessenvertretungen vom Rollenoffset (EWA – European Web Association) und Tiefdruck (E.R.A.) eine gemeinsame Pressekonferenz am 04.06.08 auf der drupa in Düsseldorf vereinbart.

Mehr zu dieser Pressemitteilung finden Sie hier

14.04.2008 - EWA -Aktuell

Stabile Auslastung im Rollenoffset -Detaillierte Auslastungsstatistik der Michael Dömer Unternehmensberatung liegt vor-

Güster, Hamburg - April 2008

Eine Untersuchung von 185 Rotationen in Deutschland über 16 Monate zeigt trotz umfangreicher Investitionstätigkeit eine stabile Nachfragesituation und Auslastung. Insgesamt sind die Rotationen überwiegend oberhalb der Normalkapazität ausgelastet.
Insbesondere im high volume Bereich (72/80 Seiten Rotationen) zeigt sich eine hohe Auslastung, die das ganze Jahr hindurch deutlich über der Normalkapazität liegt. Die beigefügte Auslastungskurve verdeutlicht dies.

Die Übersicht Branchenkapazität-gesamt finden Sie hier
Die Übersicht 72 Seiten-gesamt finden Sie hier
Die Übersicht 80 Seiten-gesamt finden Sie hier

Unternehmensberater Michael Dömer:

"Die hohen Kostensteigerungen bei Energie, Papier, Farbe und anderen Druckhilfsmitteln werden sich in den nächsten Monaten auf die Preise für Print auswirken, da ein weiterer Preiskampf aufgrund der hohen Auslastung nicht nötig erscheint.“

07.04.2008 - Pressemitteilung 30. EWA Konferenz

- Im drupa – Jahr: Hohe Auslastung im Rollenoffset - Detaillierte Langzeitstudie widerlegt Stimmungen und Thesen - Print Preiserhöhungen zu erwarten - Keine Marktkonfrontation Tiefdruck / Rollenoffset zu erwarten

Mehr zu dieser Pressemitteilung finden Sie hier

April 2008 - die EWA aktuell
Tiefdruck versus Offset?

„Aufgrund der vom Markt entstandenen Probleme im Tiefdruck beginnt nun wieder verstärkt die Diskussion, welches Verfahren das bessere ist. Außerdem wird von außen (weniger aus den Unternehmen) eine wenig sinnvolle Konfrontation zwischen Tiefdruck und Rollenoffset konstruiert. Es ist in erster Linie eine technische Diskussion, nicht wirklich aber eine Marktdiskussion.

Die Profis aus den Unternehmen sollten sich von außen nicht in diese Schlacht drängen lassen. Es gibt für den Markt EINE Druckindustrie. Mit welchem Verfahren das jeweilige Produkt hergestellt wird, muss im Einzelfall entschieden werden. Immer steht eine enge Kundenbeziehung im Sinne der besten Beratung im Vordergrund.

Das wird mehr Kooperation zwischen den Druckverfahren erfordern, wahrscheinlich langfristig auch neue organisatorische Einheiten. Übrigens betrifft das auch die Cold – Set Drucker, die zunehmend in den Commercial Bereich investieren und Schnittstellen bilden.

Eine starke Print – Branche muss umdenken und damit über neue Strukturen nachdenken, statt Segmentierung zu verstärken“.

Michael Dömer, Unternehmensberater

Februar 2008 - Rollenoffset aktuell - von Michael Dömer

Die Insolvenz der Arquana erfordert deshalb eine genauere Analyse, um daraus Konsequenzen für Druckunternehmer, Lieferindustrie und besonders auch Printbuyer abzuleiten. Strukturveränderungen müssen weiter proaktiv betrieben werden.

Die Arquana Pleite war vorhersehbar und entstand durch Fehleinschätzungen und eine zweifelhafte Geschäftspolitik. Sie darf aber keinesfalls benutzt werden, um eine aktive Unternehmenspolitik zur Strukturveränderung der Branche nun aufzugeben oder Investorengruppen grundsätzlich „zu verdammen“. Wer nur zur Tagesordnung übergeht statt die Gründe des Scheiterns und das Verhalten der einzelnen Mitwirkenden im Umfeld zu analysieren, handelt fahrlässig. Die Politik des billigsten Angebotes ist für Drucker ebenso töricht wie für den Printbuyer, der mit einer schwächelnden Branche auf Dauer keine Entwicklungsprozesse seiner optimalen Printstrategie erreichen kann. Die Lieferindustrie muss sich ebenfalls fragen, wie sie sich in einem lebendigen Netzwerk am Erfolg der Printindustrie als ihrem Kundenmarkt aktiver beteiligen kann.

Die geplatzte Arquana Blase hat Schaden hinterlassen – im Markt und Wettbewerb, sozialpolitisch und im Ansehen von Unternehmertum. Man hätte das durchaus früher erkennen und Kampagnen entwickeln können, um in der Kette Lieferindustrie, Druckindustrie und Printbuyer sowie auch bei Führungskräften und Mitarbeitern den Unterschied aufzuzeigen zwischen seriöser - meist mittelständischer - Unternehmenspolitik und Hasardeuren. Mittelstand zielt darauf ab, langfristig das Unternehmen zu sichern, Arbeitsplätze zu schaffen - das Wort „Exit“ ist dem Unternehmer fremd.


Mehr Artikel zum Thema der Arquana Pleite können Sie unter Statements lesen.

Zurück zur Startseite